Staatsanleihen
Draghi gibt den Rally-Startschuss

Die Ankündigungen Mario Draghis die Inflation in der Eurozone bekämpfen zu wollen, haben die Staatsanleihen zum Teil deutlich steigen lassen. Die Renditen kamen da nicht hinterher.
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FrankfurtDie europäischen Anleihemärkte haben am Donnerstag zum Teil deutlich zugelegt, die Renditen fielen entsprechend. Mario Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), hatte erklärt, dass sich die Wirtschaft der Region schwächer als erwartet entwickelt habe.

Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel um zwei Basispunkte auf 0,98 Prozent zurück. Der Terminkontrakt Bund- Future war bei 149,26 Prozent 25 Basispunkte höher.

Bei einer Pressekonferenz in der litauischen Hauptstadt Vilnius hatte Draghi erklärt, dass die Notenbank dazu bereit sei, zusätzliche unkonventionelle Maßnahmen zu ergreifen, um die anhaltend niedrige Inflation in der Eurozone anzugehen.

Zehnjährige Staatspapiere aus Peripherie-Ländern wie Italien, Spanien und Portugal rentierten deutlich niedriger. Die Rendite italienischer Bonds fiel um vier Basispunkte zurück auf 2,34 Prozent. Vergleichbare Papiere aus Spanien gaben bei der Rendite drei Basispunkte auf 2,12 Prozent nach, portugiesische Bonds rentierten fünf Basispunkte niedriger bei 3,09 Prozent.

„So wie es aussieht haben die Investoren ihren Appetit auf Rendite wirklich nicht verloren“, sagte Ciaran O'Hagan, Chef für europäische Zinsstrategie bei Societe Generale SA in Paris. „Die Aussichten für die Übernahme von Risiken sind nach wie vor gut, und wir bevorzugen klar spanische Bonds. Draghi hat erklärt, dass es für niedrigere Zinsen keinen Spielraum mehr gebe“, also gerieten andere Maßnahmen ins Visier, fügte er hinzu.

Europäische Staatsanleihen haben in diesem Jahr bis zum gestrigen Mittwoch zehn Prozent zugelegt, wie aus den Bloomberg World Bond Indexes hervorgeht. Dabei zogen spanische Papiere 14 Prozent an, während Bundesanleihen 6,9 Prozent gewannen.

US-Treasuries legten zu, die Rendite der zehnjährigen Papiere sank um zwei Prozentpunkte auf 2,55 Prozent. Marktteilnehmer rechnen damit, dass eine Emission siebenjähriger Bonds im Volumen von 29 Mrd. Dollar wegen der Aussicht auf steigende Zinsen nur geringes Interesse wecken wird. Investoren haben in diesem Monat 3,94 Mrd. Dollar aus börsengehandelten Fonds abgezogen, die festverzinsliche US-Wertpapiere halten.

Am Primärmarkt begab Italien inflationsgebundene Anleihen mit Laufzeiten bis 2024 und 2041 und Null-Kupon-Bonds mit Laufzeit bis 2016 im Gesamtvolumen von 4,21 Mrd. Euro, verglichen mit einem Maximalziel von 4,25 Mrd. Euro. Schweden kam mit inflationsgebundenen Anleihen mit Laufzeit bis 2020 im Volumen von einer Milliarde Kronen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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