Staatsanleihen: Griechenland will zwei Milliarden Euro einsammeln

Staatsanleihen
Griechenland will zwei Milliarden Euro einsammeln

Seit dem zweiten Rettungspaket im Jahr 2010 hat Griechenland keine Staatsanleihen mehr am Markt verkauft. Nun will der Staat zurückkehren - und Bonds im Volumen von zwei Milliarden Euro anbieten.
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AthenGriechenland will an die Märkte mit dem Verkauf von Staatsanleihen im Volumen von zwei Milliarden Euro zurückkehren. Das erfuhr die nachrichtenagentur Bloomberg von drei Vertretern aus dem Regierungsumfeld. Das Land nähert sich derzeit dem Ende seines zweiten internationalen Rettungspakets, mit dem es schon seit dem Jahr 2010 über Wasser gehalten worden war.

Die Finanzminister der Eurozone hatten am Dienstag bei einem Treffen in Athen die Auszahlung der jüngsten Hilfstranche über 8,3 Milliarden Euro freigegeben. Von dieser Summe werden wohl 6,3 Milliarden Euro noch diesen Monat fließen.

Den griechischen Kreisen zufolge ist die Entscheidung für die Anleihen über zwei Milliarden Euro bereits gefallen, es gehe jetzt nur noch um den richtigen Zeitpunkt. Nicht ausgeschlossen sei, dass nach der ersten Emission in den kommenden Monaten noch weitere Anleiheverkäufe folgen werden.

Wie es aus den Kreisen weiter hieß, hänge der Zeitpunkt der Platzierung von den Marktbedingungen ab. Zudem werde sie erst dann erfolgen, wenn das Land alle Bedingungen für die 6,3 Mrd. Euro, welche die Finanzminister am Dienstag freigegeben hatten, auch erfüllt worden seien.

Der griechische Regierungschef Antonis Samaras hatte seine Glaubwürdigkeit darauf gesetzt, dass das Land in diesem Jahr an den Anleihemarkt zurückkehren wird - das erste Mal seit der Zeit vor dem Rettungspaket im Jahr 2010. Griechenland hatte in der Nacht zum Montag dieser Woche Reformen verabschiedet - etwa Änderungen für die Kapitalaufnahme der Banken - und damit Voraussetzungen für weitere Tranchen aus dem Rettungspaket erfüllt.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Sogut wie jedes Land braucht ständig neue Milliarden.
    DE nimmt jedes Jahr 20-30 Mrd. neue Schulden auf und zahlt
    wieder ein Paar zurück.

    Wir wollen doch gute und grosse Sozialsysteme damit wir unsere
    Politiker wieder wählen :)

    Je schlechter die Bonität eines Landes je höher sind eben die
    Zinsen dh. es ist im Zweifel vollkommen egal ob die Schulden
    zurück gezahlt werden ja oder nein.

    Die Summe der Zinsen plus ein paar Nettoraten bringen immer noch
    ne gute Rendite auch wenn man nicht alles wieder bekommt.

    Wenn GR am Kapitalmarkt keine Schulden macht ist es stark
    abhängig von dem IWF sowie der EU und man muss sich viele
    Entscheidungen diktieren lassen.

  • Als mündiger deutsche Bürger sollte man sich diesen Film des ARD zu griechischen Verhältnissen ansehen:

    http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/die-story-im-ersten-griechisches-roulette?documentId=20371606

  • Jetzt, wo die Transferunion realisiert wurde, kann GR natürlich an die Märkte zurück. Es ist ja jetzt eindeutig geklärt, wer am Ende bezahlt.
    Diese Nachricht dient der Vorbereitung der EU-Wahlen - die Wirklichkeit sieht anders aus: Griechenland braucht ständig neue Milliarden, die sie nie zurückzahlen werden.

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