Staatsanleihen
Griechische Bonds könnten sich als Sprengstoff erweisen

Die Athener Kreditinstitute büßten in der vergangenen Woche binnen drei Tagen fast ein Fünftel ihrer Marktkapitalisierung ein. Wie sich die Krise auf die Bilanzen der griechischen Geldinstitute auswirken wird, hängt nicht zuletzt von der künftigen Bewertung der griechischen Staatsanleihen ab.
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ATHEN/FRANKFURT. An der Börse gehörten die Athener Banken zu den großen Verlierern der Spekulationen um eine drohende Staatspleite Griechenlands. Vergangene Woche büßten die Kreditinstitute fast ein Fünftel ihrer Marktkapitalisierung ein. Die Papiere stehen wegen der explodierenden Haushaltsdefizite stark unter Druck.

Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Lucas Papademos, bezeichnete die Haushaltslage als "extrem ernst". Nach einer Meldung des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" will jetzt der Internationale Währungsfonds (IWF) die griechischen Staatsfinanzen überprüfen.

Noch vor fünf Monaten hatte der IWF den griechischen Banken ein gutes Zeugnis ausgestellt: Die Institute seien wegen ihrer traditionellen Konzentration auf das Privatkundengeschäft, einer soliden Kapitalbasis und des Verzichts auf toxische Finanzprodukte gut aufgestellt. Risiken drohten allenfalls durch wachsende Kreditausfälle, vor allem in Osteuropa und den Balkanländern. Dort hatten die griechischen Banken in den vergangenen Jahren ihre Präsenz durch Zukäufe und organisches Wachstum stark ausgebaut. Die fünf größten Institute erwirtschafteten 2008 etwa ein Fünftel ihrer Gewinne im Auslandsgeschäft. Beim Branchenführer National Bank of Greece (NBG) waren es sogar 40 Prozent.

Nachdem noch Ende September die Investmentbank Merrill Lynch dem griechischen Bankensektor für die kommenden drei Jahre ein Gewinnwachstum von 33 Prozent prognostiziert und die Papiere zum Kauf empfohlen hatte, lösen jetzt die hohen Bestände griechischer Staatsanleihen Befürchtungen aus.

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  • Sehr geehrter Herr Höhler,


    ich nehme ihren heutigen Artikel gerne zum Anlass um einige kritische

    Anmerkungen beizusteuern, die mir in den vergangenen Tagen, als

    kritischen beobachter der aktuellen berichtserstattung über die "Finanzmisere"

    Griechenlands gewissermaßen "schwer auf meinem Herzen liegen": Man kann

    sich als Leser insbesondere der angelsächsischen und bundesdeutschen

    Wirtschaftspresse nicht des Eindruckes verwehren, dass inzwischen die Grenze der

    "konstruktiven Kritik" an der Wirtschaftspolitik Griechenlands schon lange überschritten worden ist,

    und gewissermaßen ein Maß einer "Hysterie" angenommen hat, wenn man sich als interessierter Leser

    in den unweiten des digitalen Kosmos begibt. Längst wird man als Hellene in diversen Foren und Artikeln

    quasi als "EU-Schmarotzer" dargestellt, Kommentare "unter der Gürtellinie" selbst von der Fachpresse sind

    an der Tagesordnung. Mit großer Verwunderung musste ich feststellen, dass selbst der Chefredakteur des

    Handelsblatts in einem Kommentar, in dem er selbst den Wittelsbacher Otto i. bemühte um sich als großen

    Kenner der griechische Geschichte erkennen zu geben, in einer arroganten, man könnte sagen dekadenten

    Art, uns weismachen wollte, dass jenes Land Griechenland seit jeher "pleite gewesen sei" und sich an jenem

    Zustand auch bis zur Gegenwart nichts verändert habe, so der Tenor des Artikels. Nun offensichtlich ist es ihrem

    "Chefhistoriker" beim Handelsblatt, Herrn Ziesemer, offensichtlich entgangen, dass der junge Staat Griechenland gerade 500 Jahre Knechtschaft

    unter dem Osmanenjoch hinter sich hatte, aber das spielt natürlich keine Rolle, wenn man eine vorgefertigte Meinung verkünden will.

    im Übrigen zeugt es auch nicht von professioneller Recherche, wenn das Handelsblatt nicht einmal den griechischen

    Ministerpräsident von dem russischen Aussenminister unterscheiden kann,sondern bestätigt eher meinen Verdacht.

    (vgl. http://www.handelsblatt.com/politik/international/griechenland-parteichefs-beraten-ueber-schuldenkrise;2497200)

    Kritik ist sicherlich berechtigt und nötig. bitte aber mit einer gewissen kritischen Distanz, und nicht in Form

    einer "Antihellenischen-Kampagne".


    Hochachtungsvoll

    Kosmopolit

  • Hallo,
    nachdem sich die Griechen seinerzeit mit unlauteren Methoden in den Euro eingeschlichen haben, würde mich interessieren, wie der EZb-Vize Papademos zu seinem Amt gekommen ist (die unlauteren Methoden müssten ihm doch bekannt gewesen sein).

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