Staatsanleihen: Investor kauft Irland auf

StaatsanleihenInvestor kauft Irland auf

Fluch oder Segen? Ein Großinvestor kauft massenweise irische Staatsanleihen auf. Er hält bereits zehn Prozent aller Papiere. Dadurch spart Irland bares Geld. Doch die Abhängigkeit von dem Geldgeber birgt Risiken.
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DublinEiner der größten Investoren der Welt hat seine Liebe zu Irland entdeckt. Die Fondsgesellschaft Franklin Templeton Investments hält nach Daten von Bloomberg rund acht Milliarden Euro an irischen Staatsanleihen - rund zehn Prozent der Irland-Bonds im Umlauf.

Das hat zwar dazu beigetragen, die Renditen irischer Anleihen auf den niedrigsten Stand seit Mai 2010, also sechs Monate vor dem Hilfsantrag des Landes, zu drücken, aber ein so großer Teil der Verschuldung in den Händen eines einzelnen Investors macht das Land abhängig von dessen Verhalten.

"Die Konzentration birgt ihre Probleme, falls der Anleger einen Teil seiner Position abstoßen muss", sagte Dermot O'Leary, Volkswirt bei Goodbody Stockbrokers in Dublin. “Während Irland seine Rückkehr an die Märkte vorbereitet, muss das Land seine Investorenbasis verbreitern."

Irland hatte im November 2010 ein Rettungspaket beantragt, da das Land keinen Zugang mehr zum Kapitalmarkt hatte. Dieses Jahr zapfte das Land den Kapitalmarkt wieder an und platzierte neben Schatzwechseln auch Anleihen. Bis Ende nächsten Jahres will es von den Rettungskrediten wieder vollständig unabhängig sein.

Franklin Templeton hat sich mit irischen Anleihen eingedeckt, als die Rendite der 2020 fälligen Bonds näher an ihrem Hoch von 14 Prozent aus dem Juli 2011 war als am aktuellen Wert von 4,50 Prozent. In den vergangenen zwölf Monaten haben irische Anleihen die zweitbeste Performance im Euroraum abgeliefert, nach Portugal.

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Investor kauft Irland auf

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  • da verwechselt schon wieder einer Ursache und Wirkung. Es ist einfach unglaublich auf welch fruchtbaren Boden die dümmlich populistische Propaganda unserer politischen Klasse gefallen ist. Hetzjagd gegen "Steuersünder" statt strafrechtliches Vorgehen gegen Steuerveruntreuer, Hetzte gegen niedrige Steuersätze statt senken von Steuersätzen bei gleichzeitiger Finaanzierung durch Bürokratieabbau....ect. Die Welt steht Kopf...........

  • Vielleicht schafft es ja dieser Großinvestor, die irische Regierung zu überreden, ihr Körperschaftsteuerdumping aufzugeben. Höhere Einnahmen aus der Körperschaftsteuer könnten den Staatshaushalt schnell sanieren.

  • @ oldi,
    zunächst finde ich es toll, dass Sie sich sachlich äußern. Und mit dem was Sie schreiben haben Sie ja Recht. Da stimme ich Ihnen ja auch zu. Aber immer mehr Schulden aufzubauen durch die Ausgabe von Staatsanleihen (wenn man diese nicht nur ablöst - sie haben ja eine gewisse festgelegte Laufzeit)bringt den Staat in den bankrott. Das Problem ist der Zinseszinseffekt. So können Notenbanken, zwar Geld drucken in na, ja - unbegrenztem Ausmaß, aber der Zins muss immer von der Bevölkerung erwirtschaftet werden. Die Zinsen kann ein Staat nicht drucken. Und das ist das Malheur, warum am Ende das Papiergeldsystem scheitern muss, wie jedes Papiergeldsystem vorher. Das Problem an den Staatsanleihen hat im eigenntlichen Sinne nicht der Staat, sondern die Gläubiger. Man könnte einen Schudenschnitt machen und dann wären die Staatsanleihen wertlos. Oder plötzlich extrem abwerten. Oder eine Währungsreform machen. Das hat natürlich Risiken und das wird man nicht tun. Ich müsste noch viel schreiben, um einiges zu erklären, weil in dieser Kurzform hat mein Text viele Angriffspunkte. Bye

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