Staatsanleihen
Irland-Anleihe sorgt für Erleichterung

Irland konnte heute Anleihen in Höhe von 400 Millionen Euro am Markt platzieren. Die Erleichterung am Markt ist groß. Zwar war das Volumen niedriger als geplant, dafür waren die Titel überzeichnet. Die Renditen von Staatsanleihen steigen ebenso wie der Euro.
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HB FRANKFURT. Erleichterung in Dublin und an den Finanzmärkten: Trotz der wieder wachsenden Sorgen um die Verschuldung europäischer Länder hat Irland am Donnerstag kurzlaufende Anleihen am Kapitalmarkt untergebracht. Zwar verkaufte die Regierung in Dublin weniger Anleihen als geplant, doch war das Interesse der Investoren weiter relativ hoch. Da zudem die Kurse an den Aktienbörsen ins Plus drehten, stieg die Risikobereitschaft der Investoren wieder etwas an. Entsprechend gaben die Kurse der Staatsanleihen auf breiter Front nach. Der in Europa richtungsweisende Bund-Future fiel bis zum frühen Nachmittag um 50 Ticks auf 130,75 Punkte. Die Renditen der dem Terminkontrakt zugrunde liegende zehnjährige Bundesanleihe stiegen auf 2,33 Prozent von 2,306 Prozent am Vorabend.

Irland verkaufte Staatspapiere im Gesamtvolumen von gut 400 Millionen Euro - und damit gerade so viel wie mindestens geplant. Das Land hatte ein Emissionsvolumen von bis zu 600 Millionen Euro angepeilt. "Irland hat aber glaubwürdig machen können, dass man das Geld nicht unbedingt braucht", erklärte Commerzbank-Analyst David Schnautz. "Daher zieht die Risikobereitschaft wieder an." Zudem waren die Anleihen in etwa so stark überzeichnet wie bei der letzten Auktion. "Das zeigt, dass das Interesse der Anleger an den Papieren grundsätzlich vorhanden ist", erläuterte Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

Das Volumen für im Februar 2011 fällig werdenden Anleihen belief sich auf 150,1 Millionen Euro. Die durchschnittliche Rendite betrug 1,925 (zuletzt 1,978) Prozent, und die Papiere waren 9,4-fach (zuvor 10,09) überzeichnet. Darüber hinaus verkaufte Irland Papiere im Volumen von 250 Millionen Euro mit einer Laufzeit bis April 2011 und zu einer Rendite von 2,19 (2,348) Prozent. Hier lag die Überzeichnung bei 5,4 nach zuvor 4,14.

Die Erleichterung über den Verkauf der irischen Anleihen machte auch den Euro wieder en vogue. Die Gemeinschaftswährung kletterte bis zum Nachmittag auf ein Tageshoch von 1,2725 Dollar, nachdem sie am Morgen noch bei 1,2665 Dollar gelegen hatte. Per saldo notierte der Euro damit auf dem New Yorker Mittwochsschluss.

Hauptgesprächsthema am Devisenmarkt blieb der Yen, dessen Stärke sowohl dem Dollar als auch dem Euro zusetzte. Seit Tagen versuchen die Anleger herauszufinden, ab welchem Kursniveau Japans Notenbank intervenieren könnte. Finanzminister Yoshihiko Noda erklärte am Donnerstag, das Ministerium simuliere Interventionen.

Am Markt herrschte dessen ungeachtet die Einschätzung vor, dass Japan erst bei einem Abrutschen des Dollar in Richtung von 80 Yen eingreifen könnte. Mit 83,70 Yen notierte der Dollar etwas niedriger als am Vorabend. Damit näherte er sich aber wieder dem am Dienstag erreichten 15-Jahres-Tief von 83,35 Yen an. "Dem Markt ist danach, die Entschlossenheit der Japaner zu testen", erklärte Währungsstratege Daragh Maher von der Credit Agricole CIB. Zum Euro notierte der Yen mit 106,50 Yen leicht unter dem Vortagesschluss von 106,69 Yen.

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