Staatsanleihen kaum verändert
Firmen mit schwachen Ratings zapfen Markt an

In den Markt für neue hochverzinsliche Unternehmensanleihen kommt Bewegung, wenn auch nur mit kleineren Emissionen. Am Dienstag kündigte die Schieder Möbel GmbH einen siebenjährigen Bond über 145 Mill. Euro an.

HB FRANKFURT/M. Die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Moody’s stufen die Anleihe mit „B-“ bzw. „B3“ und damit als Junk-Bond (Schrottanleihe) ein. Die Ratings sind die sechstbesten Noten innerhalb des unsicheren Bereichs Non-Investment-Grade. Die Anleihe wird voraussichtlich zwischen 10,25 und 10,50 Prozent rentieren. Das Mandat für die Emission teilen sich Citigroup und WestLB.

Am späten Montag hatte mit dem deutschen Kabelnetzbetreiber Iesy ein weiteres deutsches Unternehmen eine hochverzinsliche Anleihe begeben. Iesy nahm unter Federführung von Deutscher Bank, Citigroup und Lehman Brothers 235 Mill. Euro und 151 Mill. Dollar mit Laufzeit von je zehn Jahren auf. Die Euro-Tranche rentierte mit 10,125 Prozent. Damit bietet Iesy weniger Rendite als die geplante Anleihe von Schieder Möbel, obwohl die Anleihe von Iesy mit „CCC+“ bzw. „Caa1“ ein schlechteres Rating hat.

Im ersten Halbjahr kamen in Europa nach Daten des Informationsdienstes Dealogic neue Junk-Bonds über 19,9 Mrd. Dollar auf den Markt – das waren 21 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2004. Von März bis Mai war der Primärmarkt ziemlich ausgetrocknet. Die Risikoaufschläge stiegen nach den Turbulenzen um die US-Autokonzerne General Motors und Ford deutlich. Nach Gewinnwarnungen und schlechten Quartalszahlen hatte Standard & Poor’s (S&P) General Motors und Ford im Mai in den Bereich Non-Investment-Grade herabgestuft. Fitch zog bei General Motors (GM) nach.

Inzwischen hat sich der Markt von dem Schock etwas erholt, die Risikoaufschläge sind auf im Schnitt rund 365 Basispunkte (3,65 Prozentpunkte) gegenüber Staatsanleihen gesunken. Das könnte sich Händlern zufolge aber schnell wieder ändern, wenn GM und Ford in der nächsten Woche erneut Zahlen vorlegen. Dann könnte Moody’s den Daumen senken und beide Autokonzerne ebenfalls in den Bereich Non-Investment-Grade verbannen. Nicht betroffen davon wären unter Umständen die Finanzierungtöchter GMAC und FMCC, deren Ratings bei Moody’s eine Stufe besser sind als die der Mütter.

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