Staatsanleihen
Kreditmärkte normalisieren sich

Die Renditekurven am Markt für Staatsanleihen sprechen für eine Erholung des Finanzsystems: Langfristige Darlehen werfen wieder deutlich höhere Renditen ab als Kurzläufer. Doch die Gefahr von Inflation wächst, je länger die Währungshüter Geld in das System pumpen.

NEW YORK. Zur Bekämpfung der Finanzkrise haben Notenbanken und Regierungen Unsummen an Geld in die Wirtschaft gepumpt. Das scheint nun Wirkung zu zeigen. Für eine Erholung des Finanzsystems spricht die Renditekurve am Markt für Staatsanleihen. Erstmals seit zehn Jahren fordern Investoren für zehnjährige Bonds aller G7-Staaten einen Aufschlag von über einem Prozentpunkt gegenüber zweijährigen Papieren. Die Renditekurve zeigt die Rendite von Schuldverschreibungen in Abhängigkeit unterschiedlicher Laufzeiten an - in diesem Fall den Unterschied zwischen kurzlaufenden und langlaufenden US-Staatsanleihen. Sie wird in der Regel steiler, wenn Händler mit einer Erholung rechnen.

Die Renditekurve für US-Treasuries hat sich im Dezember von 1,25 Prozentpunkten auf 2,26 Prozentpunkte ausgeweitet. 2006 lag sie im Schnitt unter null, da die Händler korrekt prognostizierten, dass die Konjunktur in eine Rezession abrutschen werde. In Großbritannien und Italien sind die Renditekurven mit 2,47 Prozentpunkten so steil wie seit etwa 17 Jahren nicht mehr. "Sie dürfte noch steiler werden", sagt Paul McCulley von Pacific Investment. "Investoren werden eine Erholung einpreisen, bevor die Zentralbanken die Zinsschraube wieder anziehen", sagt David Rolley, Co-Leiter weltweite festverzinsliche Papiere bei Loomis Sayles.

Die Notenbanken halten die Zinsen bis auf weiteres niedrig. Das begrenzt die Anleiherenditen am kurzen Ende. Gleichzeitig werden die Unsummen von Geld, die die Währungshüter in die Wirtschaft gepumpt haben - alleine 12,8 Billionen Dollar in den USA - Händlern zufolge zu einem Anstieg der längerfristigen Renditen führen. "Die Inflationsgefahr steigt, je länger Kapital ins System gepumpt wird", sagt Bondstratege David Keeble von der Investmentbank Calyon.

Quelle: Bloomberg

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