Staatsanleihen
Nur noch wenig Renditeplus

Anleger, die europäische Staatsanleihen kaufen wollen, stehen vor einem Dilemma: Für lang laufende Anleihen bekommen sie nur noch wenig mehr Rendite als für Kurzläufer.

HB FRANKFURT. Die zehnjährige Bundesanleihe wirft gerade mal gut 0,3 Prozentpunkte mehr Rendite ab als die zweijährige Bundesschatzanweisung. So gering war der Renditeabstand zuletzt im April 2001. Die so genannte Zinskurve ist damit extrem flach. Dabei müssten Anleihen des Bundes mit längerer Laufzeit theoretisch deutlich mehr Rendite abwerfen als Kurzläufer. Denn je länger das Kapital gebunden ist, desto größer ist das Risiko zum Beispiel mit Blick auf die Inflationsentwicklung. Über Inflationsängste wird zwar viel geredet, vor allem die Notenbanken rücken sie immer wieder in den Fokus. „Aus den niedrigen langfristigen Kapitalmarktzinsen lassen sich aber keine Inflationssorgen ablesen“, sagt Peter Müller, Zinsstratege bei Commerzbank Corporates and Markets.

Das lange Ende der europäischen Kapitalmarktzinsen im Euro-Raum, für das die zehnjährige Bundesanleihe der Maßstab ist, werde vornehmlich durch die Entwicklung in den USA bestimmt, meint Müller. Das sagt auch Kornelius Purps, Rentenstratege bei der Hypo-Vereinsbank (HVB): „Seit acht Monaten bewegen sich die zehnjährigen US-Renditen parallel zur zehnjährigen Bund-Rendite, und an dieser Tendenz wird sich zunächst nichts ändern.“ Dabei sind die Langfristzinsen in den USA in diesem Jahr zwar gestiegen und im Gegenzug die Kurse gefallen. Seit Juli sinken die Renditen aber wieder etwas. Beflügelt werden die US-Bonds durch die Hoffnung auf eine lange Pause im Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank Fed.

Die amerikanische Zentralbank hat die Leitzinsen seit Sommer 2004 in 17 Schritten kontinuierlich auf 5,25 Prozent erhöht und diesen Zyklus bei ihrer Sitzung in der vergangenen Woche erstmals unterbrochen. Fed-Chef Ben Bernanke macht weitere Schritte von der Entwicklung der US-Wirtschaft und der Inflation abhängig.

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