Staatsanleihen
Spanien doppelt so lukrativ wie Italien

Spanische Staatsanleihen haben in diesem Jahr fast doppelt so viel Ertrag gebracht wie italienische. Investoren trauen Spanien eine stärkere Erholung zu als der siechenden italienischen Wirtschaft.
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Beide Länder trifft die Krise hart. Italien durchlebte mehrere Regierungskrisen in den vergangenen Monaten. Dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy machten zuletzt Korruptionsvorwürfe in seiner Regierung zu schaffen.

Obwohl nach Ansicht von Analysten wie Elwin de Groot von Rabobank in Utrecht die Regierungsmehrheit dem spanischen Ministerpräsident im Amt halten dürfte, fielen die Renditen zehnjähriger spanischer Anleihen fielen am Montag auf den tiefsten Stand seit sechs Wochen.

Anzeichen für eine beginnende Erholung in der Eurozone stützten aber die Nachfrage nach höher rentierenden Anlagen. Die Bonds stiegen auch, als EZB-Präsident Mario Draghi im Juli erklärte, die Zinsen würden für längere Zeit niedrig bleiben, um die Wirtschaft zu stützen.

„Zurzeit bevorzugen wir Spanien gegenüber Italien und glauben, dass die Outperformance andauern wird“, sagte Russel Matthews, Vermögensverwalter bei BlueBay Asset Management in London. „Das fundamentale Bild in Spanien wird sich voraussichtlich stärker aufhellen als in Italien. Die Wirtschaft ist etwas dynamischer und hat eine größere Chance, zuzulegen.“ Zwar hält BlueBay mehr spanische und italienische Anleihen als die verwendete Benchmark. Die Firma setzt ebenso auf spanische Wertpapiere.

Investoren griffen zu, als Spanien letzte Woche Anleihen begab. Das Land konnte mehr Bonds verkaufen als geplant und seine Kreditkosten senken. Das Finanzministerium meldete, es habe 73 Prozent seines mittel- und langfristigen Finanzierungsbedarfs für dieses Jahr gedeckt.

“Spanien hat sich um seinen Finanzierungsplan gekümmert, und das gibt Investoren Sicherheit”, sagte David Schnautz, Rentenstratege bei Commerzbank in New York. Die Renditen zehnjähriger spanischer Anleihen könnten bis Ende August noch auf 4,40 Prozent fallen, sagte er. Dieses Niveau hatten sie zuletzt am 31. Mai. “Es gibt Anzeichen, dass sich die konjunkturelle Lage verbessert”, so Schnautz. “Die Renditen haben das Potenzial zu sinken.”

“Der Markt reagiert auf die politischen Unsicherheiten”, sagte de Groot von der Rabobank. “Er signalisiert, dass er immer noch einigermaßen darauf vertraut, dass die derzeitige Regierung an der Macht bleiben wird. In diesem Fall kann die Regierung ihre Reformen fortsetzen und die wirtschaftliche Lage stabilisieren.”

Dennoch bestünden weiter Risiken, fügte er hinzu. So könnte das Wachstum die Investoren enttäuschen, oder die politischen Verwerfungen könnten sich verschärfen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Ich dagegen schon!

  • ich kannte den noch nicht ;)

  • Wie alt bist du 10 Jahre, der Witz hat schon ein Bart.

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