Staatsanleihen
Spanische Zinsen auf höchstem Niveau seit 14 Jahren

Vertrauen sieht anders aus: Die Zinsen für spanische Anleihen gehen durch die Decke, die Franzosen werden nicht alle Papiere los. Die Märkte reagieren verhalten.
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DüsseldorfDie Zinsen, die der spanische Staat für Anleihen zahlen muss, sind auf das höchste Niveau seit 14 Jahren gestiegen. Bei der Auktion von drei Bonds nahm Spanien am Donnerstag 3,75 Milliarden Euro ein. Die Nachfrage sei bei allen drei Auktionen knapp dreifach überzeichnet gewesen, hieß es. Die europäischen Aktien drehten nach der Mitteilung ins Plus, gaben aber ihre Gewinne bald wieder ab.

Die Rendite der Anleihe mit einer Laufzeit bis 2015 habe bei 5,187 Prozent gelegen nach 3,639 Prozent bei der vorangegangenen Auktion Anfang Oktober. Die Rendite für den Bond mit einer Laufzeit bis 2016 lag bei 5,276 Prozent, die für die Anleihe mit einer Laufzeit bis 2017 bei 5,544 Prozent nach 4,782 Prozent Ende Oktober.

"Die spanischen Auktionen kamen gut an, da die Maximalsumme von 3,75 Milliarden Euro beschafft wurde", erläutert Nick Stamenkovic, Stratege für festverzinsliche Papiere bei RIA Capital Markets der Agentur Bloomberg. "Das Gefühl nimmt zu, dass die Verantwortlichen in Europa allmählich den Ernst der Lage erkennen. Die Spreads von Peripheriestaaten und Halb-Kern-Staaten haben Potenzial, weiter zu schrumpfen."

Frankreich hingegen kam wieder günstiger an Geld: Das Land gab Papiere im Volumen von 4,346 Milliarden Euro auf den Markt, was leicht unter dem Maximalziel von 4,5 Mrd. Euro lag. Die Zinsen, die Frankreich für die neue zehnjährige Anleihe zahlen muss, lagen mit 3,18 Prozent leicht unter der Rendite von 3,22 Prozent, die bei der letzten Auktion vom 3. November fällig wurde.

„Wir sehen Frankreich als attraktiv für lange Laufzeiten“, sagte der Chef der Allianz Lebensversicherung, Maximilian Zimmerer, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ im Vorfeld zur jüngsten Auktion. „Ich halte das Kursrisiko bei Bundesanleihen für höher als in Frankreich.“

Die Reaktionen am Markt zeugen zwar von Erleichterung, doch nicht gerade von Jubel. „Wie so oft in diesen Tagen lag der Fokus einzig und allein darauf, dass die Sache über die Runden gebracht wurde“, sagte Commerzbank-Analyst David Schnautz. „So gesehen war die Auktion erfolgreich.“ Der Dax reagierte leicht positiv auf die Anleiheemissionen, schaffte es aber trotzdem nicht ins Plus. Kurz nach der Bekanntgabe der Emissionsergebnisse notierte der Dax immer noch 0,5 Prozent im Minus.

Auf dem Sekundärmarkt fielen die Risikoaufschläge für zehnjährige spanischen Staatsanleihen im Vergleich zur deutschen Bundesanleihe auf ein Drei-Wochen-Tief, die für französische Papiere sogar auf ein Vier-Wochen-Tief. Auch die Kosten für Kreditausfallversicherungen sanken.

Annika Reinert
Annika Williamson
Handelsblatt / Freie Mitarbeiterin
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ein guter, informatiever und ausgewogener Artikel, leider mit einer unpassenden, verfaelschenden Ueberschrift. Das haeuft sich in letzter Zeit im Handlesbaltt... Was ist los? Die Kooperation innnerhalb der Redaktioen scheint gestoert. Wir wollen faktuelle Informationen und ueberdachte Analysen, nicht Panikmache.

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