Staatsanleihen
Starker Ifo-Index bringt Anleihen unter Druck

Die Kurse europäischer Staatsanleihen sind am Dienstag überraschend eingebrochen. Entsprechend schnellten die Renditen nach oben. Auslöser war anfangs der unerwartet starke Ifo-Index und später die Leitzinserhöhung in den USA.

cü FRANKFURT. Volkswirte hatten damit gerechnet, dass der Ifo-Geschäftsklimaindex auf dem zuletzt schon erreichten Niveau von 103,3 Punkten – dem höchsten Stand seit Oktober 1991 – verharren würde. Der Index stieg aber auf 105,4 Punkte und damit den höchsten Wert seit April 1991. „Der starke Anstieg des Geschäftsklimas hat den Falken in der Europäischen Zentralbank starke Argumente für eine Zinserhöhung an die Hand gegeben“, schrieb Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg. Er erwartet jetzt schon im Mai die nächste Leitzinserhöhung der EZB um 0,25 Prozentpunkte auf 2,75 Prozent. Auch die Strategen von Credit Suisse, UBS und Société Générale zogen ihre Prognosen für den nächsten Zinsschritt der EZB auf Mai vor.

Am Abend rentierte die zehnjährige Bundesanleihe mit 3,74 Prozent und damit 0,10 Prozentpunkte über dem Vortagsniveau. Die Rendite der zweijährigen Bundesschatzwanweisung stieg ebenfalls deutlich auf 3,25 Prozent. Am Terminmarkt brach der Bund-Future um 0,94 Prozentpunkte auf 117,34 Prozent ein. Die WGZ Bank geht aus technischer Sicht davon aus, dass der Bund-Future bis auf 117,20 Prozent fällt.

In den USA rentierten zehnjährige Treasuries zum Schluss auf einem Niveau von 4,77 Prozent deutlich höher. Die Investoren hielten sich anfangs auch deshalb mit Dispositionen am Bondmarkt zurück, weil der Index des US-Verbrauchervertrauens stärker als erwartet ausgefallen war. Später reagierte der Markt dann darauf, dass die Fed die Erwartungen bestätigte und die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 4,75 Prozent erhöhte und zudem weitere Zinsschritte nicht expressis verbis ausschloss.

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