Staatsanleihen
Wie Venezuela 65 Milliarden Dollar verbrennt

Venezuela hatte die Idee: Dollar-Bonds gegen Bolivar verkaufen und so Währungsreserven bewahren und Devisen einnehmen. Doch es ging schief. Der Staat steht mit leeren Taschen da. Die Geschichte eines gescheiterten Plans.
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In den vergangenen zehn Jahren haben der Staat Venezuela und der heimische Ölkonzern Petroleos de Venezuela SA (PDVSA) Dollar-Bonds im Volumen von rund 65 Milliarden Dollar platziert – ohne dabei allerdings jemals einen US-Cent zu Gesicht zu bekommen.

Sicher, sie nahmen Geld ein – aber eben keine US-Dollar. Um die Währungsreserven des Landes zu bewahren, gleichzeitig jedoch die Wirtschaft des Landes mit stark benötigten harten Devisen zu versorgen, hatten Regierung, PDVSA und Zentralbank die Bonds an lokale Investoren gegen Bolivar verkauft. Die Käufer konnten dann die Papiere im Ausland weiterveräußern und sich so selbst mit US-Dollar versorgen.

In diesem Monat werden Bonds im Volumen von rund 4,5 Milliarden Dollar fällig. Zugleich sind die Währungsreserven des Landes auf ein 11-Jahres-Tief abgeschmolzen. Vor diesem Hintergrund stellt Venezuela nun fest, dass es mit den Anleiheemissionen nicht viel Zeit gewonnen hat. Ganz im Gegenteil: Diese verstärken jetzt die Geldklemme – was zu Sorgen führt, das Land könnte vor einem Zahlungsausfall stehen. Die Staatsanleihen haben allein im vergangenen Monat rund 9,5 Prozent eingebüßt. Kein anderer Staat unter den Schwellenländern sah ein derart großes Minus bei seinen Papieren.

„Die Anleihen wurden als Teil eines Devisen-Mechanismus' emittiert und dann mit einem großen Rabatt verhökert. Daher hat die Regierung große Fremdwährungs-Verbindlichkeiten, ohne etwas erhalten zu haben“, sagt David Rees, Volkswirt bei Capital Economics in London, gegenüber Bloomberg News.

Die Devisenreserven Venezuelas sind am 3. Oktober um 1,8 Milliarden Dollar auf 20 Milliarden Dollar gefallen – darunter befinden sich rund 15 Milliarden Dollar in Form von Gold. Es ist der deutlichste Rückgang seit vier Jahren.

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