Staatsanleihen
Zinswende verschreckt Bond-Anleger

Die Fed-Chefin Yellen hat die Märkte mit den Zinserhöhungssignalen überrascht– jetzt stehen auch die europäischen Staatsanleihen unter Druck. Börsianer erwarten aber nur vereinzelt einen noch stärkeren Rückgang.
  • 1

Frankfurt/ LondonDie europäischen Staatsanleihen sind am Donnerstag im Sog der US-Bonds unter Druck geraten. Nachdem die neue Fed-Chefin Janet Yellen die Märkte mit Zinserhöhungssignalen überrascht hatte, zogen die Renditen auf breiter Front an. Der Bund-Future fiel um bis zu 80 Ticks auf 142,16 Punkte und setzte damit die Talfahrt vom Vorabend fort.

„Die Märkte waren überrascht, dass Yellen beim Zeitplan für die Zinserhöhung so konkret wurde“, erklärte Jussi Hiljanen, Renten-Stratege bei der SEB in Stockholm. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen zog auf 1,664 von 1,596 Prozent an. Die Renditen der meisten übrigen Euro-Anleihen legten um zwei bis fünf Basispunkte zu.

Die Fed hatte am Vortag die Anleihekäufe um zehn Milliarden auf 55 Milliarden Dollar gedrosselt. Auf die Frage, wie lange dann die zeitliche Lücke vom Ende der Wertpapierkäufe voraussichtlich im Herbst bis zum Beginn der Zinserhöhungen ausfallen dürfte, sprach Fed-Chefin Yellen von „geraumer Zeit“. Das sei schwer zu definieren, aber es bedeute wahrscheinlich so in etwa sechs Monaten.

Die Renditen der US-Zins-Future zogen darauf hin deutlich an. Nachdem die Rendite der zehnjährigen US- Staatsanleihen um zehn Basispunkte gestiegen war, war sie am Donnerstag kaum verändert bei 2,77 Prozent. Das Handelsvolumen am Vortag stieg 98 Prozent auf 561 Mrd. Dollar, wie Daten des Interbankenbrokers ICAP Plc zeigen Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bereits im Juli beziffern die Anleger nun auf 78 Prozent, bislang waren es 64 Prozent.

Einen stärkeren Rückgang beim Bund-Future erwarteten Börsianer aber nur vereinzelt. Mit dem Krim-Konflikt könne die Risikoaversion abrupt wieder ansteigen, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Davon würde der Bund-Future profitieren.

Am Primärmarkt verkaufte Spanien Anleihen über verschiedene Laufzeiten im Gesamtvolumen von fünf Milliarden Euro und zahlte den Anlegern dafür niedrigere Zinsen als zuletzt. Frankreich platzierte Emissionen mit Laufzeiten bis 2016, 2017 und 2019 für 7,96 Mrd. Euro sowie inflationsgeschützte Papiere mit Fälligkeit 2018, 2021 und 2024 im Volumen von 1,491 Mrd. Euro. Zudem kamen aus Irland Schatzwechsel über 500 Mio. Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Staatsanleihen: Zinswende verschreckt Bond-Anleger"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • "Am Primärmarkt verkaufte Spanien Anleihen ... im Gesamtvolumen von fünf Milliarden Euro und zahlte den Anlegern dafür niedrigere Zinsen als zuletzt."

    Wieso "Anleger"???

    Müsste es nicht BANKEN heißen?

    Staaten verschulden sich zu 97% bei Banken und Versicherungen!!!

    ( Die Versicherungs AGs gehören auch den Bankstern )

    Wollen die Konzernmedien bzw. Medienmacher nicht, dass wir erfahren bei wem sich die Staaten verschulden?

    Oder warum reden sie immer von Anlegern und nicht Banken?

    Gehören die Konzernmedien vielleicht auch den Bankstern?

    Hängen wir alle am Tropf eines privaten Geldmonopols?

    Woher haben die Bankster das ganze Geld um es den Staaten zu leihen, wenn sie doch selbst angeblich alle pleite sind bzw. gerettet werden müssen?

    Bankster schaffen ( Was viele nicht wissen ) Geld aus dem nichts ( per Kredit ) und verschulden/versklaven damit die ganze Menschheit!

    Die wichtigste Frage lautet: Wie entsteht Geld?

    Geld entsteht nur über Kredit!!!

    Geld = Schuld

    Jedem Euro/Dollar Guthaben steht ein Euro/Dollar Schulden gegenüber!

    Jeder Euro/Dollar der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss plus Zinsen an die internationalen Bankster zurückgezahlt werden!
    ( Privatbanken bzw. deren EIGENTÜMER haben das Geldmonopol! )

    "So ist unser Geldsystem. Gäbe es keine Schulden, gäbe es kein Geld!" (Marriner Eccles, Präsident des privaten Federal Reserve Systems, am 30. September 1941)

    Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Massenmedien nie etwas über das Schuldgeldsystem bzw. Geldmonopol der internationalen Bankster?

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" bzw. "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann" oder "Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Krise" suchen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%