Staatspapiere
Spanien-Bonds legen zu, Bundesanleihen geben nach

Die deutschen Bundesanleihen haben am Montagmorgen deutliche Kursverluste verzeichnet. Der Grund: Die Hilfskredite für Spanien. Dagegen stieg bei den Spanien-Bonds der Kurs.
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Spanien wird von der Europäischen Union Hilfskredite für die Sanierung seines Bankensektors erhalten. Das Volumen kann bis zu 100 Mrd. Euro betragen. Damit war die relative Sicherheit der deutschen Staatspapiere weniger gefragt.

Die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg um sechs Basispunkte auf 1,39 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future fiel um 75 Basispunkte auf 142,78 Prozent. Am 1. Juni war die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf ein Rekordtief bei 1,127 Prozent gefallen.

Bei den zehnjährigen Spanien-Anleihen stieg der Kurs. Die Rendite sank um 15 Basispunkte auf 6,04 Prozent. „Jetzt wo sie das Geld haben, wird es hoffentlich endlich möglich sein, alle versteckten Verluste zu erkennen und das Bankensystem zu sanieren”, sagte Luis Garicano, Professor an der London School of Economics in einem Telefoninterview.

Nach den Rettungskrediten für die spanischen Banken rückt Italien ins Zentrum der Schuldenkrise in der Eurozone. Die Rendite der Italien-Bonds gab indes am Morgen 14 Basispunkte nach auf 5,62 Prozent. „Italien wird genau geprüft und das wird sich nach dem Kredit für Spanien sicher nicht ändern”, sagte Nicola Marinelli, Vermögensverwalter bei Glendevon Asset Management in London. „Die Rettungsgelder bedeuten nicht, dass Italien attackiert werden wird. Aber sie bedeuten, dass Investoren die kleineste Information berücksichtigen werden, bevor sie sich entscheiden, italienische Bonds zu kaufen oder zu verkaufen”, erläuterte er.

Am Markt für US-Staatsanleihen sind die Kurse deutlich gefallen. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries stieg um sechs Basispunkte auf 1,70 Prozent. Die relative Sicherheit der US- Staatspapiere war nach dem Rettungskredit für die spanischen Banken weniger gefragt, zumal die Kurse an den Asienbörsen stiegen.

 

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Je mehr Deutschland haftet, je mehr Geld in Krisenländer fließen, umso "unsicherer" werden deutsche Staatsanleihen, umso höher steigen die Zinsen umso mehr müssen die Arbeitnehmer blechen.
    Somit haben die Nehmerländer erreicht, dass Deutschland 70 Jahre danach erst ihr Land aufbauen und dann in alle Ewigkeit bluten.

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