Staatsschulden
Spanien muss höhere Zinsen zahlen

Spanien hat Milliarden am Kapitalmarkt eingesammelt. Die Zinsen sind allerdings noch höher als noch im März. Dagegen holt sich der europäische Rettungsfonds EFSF fast zum Nulltarif frisches Geld von Anlegern.
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MadridSpanien hat am Dienstag erfolgreich Milliarden am Geldmarkt eingesammelt, aber nur zu deutlich höheren Zinsen. Das Euro-Krisenland hat insgesamt 3,18 Milliarden Euro aufgenommen, teilte die spanische Finanzagentur am Dienstag in Madrid mit. Damit wurde das Maximalziel von 3,0 Milliarden Euro übertroffen.

Allerdings musste Spanien erheblich höhere Zinsen als noch bei der letzten vergleichbaren Auktion am 20. März akzeptieren. Die Nachfrage war jedoch höher. Mit einem Papier mit einer Laufzeit von 12 Monaten wurden insgesamt 2,092 Milliarden Euro aufgenommen.

Die Auktion war 2,9-fach (20. März: 2,14-fach) überzeichnet. Die Rendite stieg auf 2,623 Prozent verglichen mit 1,418 Prozent Ende März. Ein Geldmarktpapier mit einer Laufzeit von 18 Monaten brachte weitere 1,086 Milliarden Euro.

Die Auktion war 3,77-fach (2,93-fach) überzeichnet. Die Rendite lag auch in diesem Fall deutlich höher bei 3,11 Prozent verglichen mit zuvor 1,71 Prozent.

Spanien kämpft mit einem ausufernden Staatsdefizit und Problemen im Bankensektor. Die Zentralregierung hatte jüngst durchsickern lassen, dass sie notfalls bereits im Mai in die Haushaltspolitik einzelner autonomer Regionen eingreifen will. Damit sollen die Sparziele gesichert werden. Die Regionen müssen ihr Defizit dieses Jahr auf 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) drücken. Voriges Jahr lag der Fehlbetrag bei 2,9 Prozent.

Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen waren am Montag zum ersten Mal in diesem Jahr über die kritische Marke von sechs Prozent geklettert. Das Vertrauen der Investoren hatte bereits zuvor einen Knacks erhalten, als Ministerpräsident Mariano Rajoy bei der EU-Kommission für dieses Jahr ein weniger ehrgeiziges Defizitziel durchdrückte. Dennoch muss das Land das Haushaltsloch dann 2013 auf die im europäischen Stabilitätspakt festgelegte Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken.

Dagegen hat sich der europäische Rettungsfonds EFSF fast zum Nulltarif frisches Geld von Anlegern geholt. Die Auktion von Geldmarktpapieren mit einer Laufzeit von sechs Monaten spülte knapp zwei Milliarden Euro in die Kassen, teilte der EFSF am Dienstag mit. Der durchschnittliche Zins beträgt 0,2537 Prozent und liegt damit etwas höher als bei der vorigen Emission im März mit 0,2040 Prozent. Trotz der immer noch niedrigen Rendite wollten die Investoren fast doppelt so viel Papiere haben wie zugeteilt wurden. Im März war die Auktion sogar 2,7-fach überzeichnet.

Der EFSF wurde im Frühsommer 2010 aus der Taufe gehoben. Er soll Euro-Länder wie Irland und Portugal mit Krediten versorgen, die vom Kapitalmarkt abgeschnitten sind oder nur zu untragbar hohen Zinsen Geld bekommen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Antwort an Petra: "Hat er nicht!" Banken bekommen für 1 Prozent Geld von der EZB, Kaufen diese Staatsanleihen mit 2,6 Prozent Verzinsung; risikofreier Gewinn 1,6 Prozent. Risiko trägt der Steuerzahler, der auch für Kosten aufkommt. Es rechnet sich!

  • Gut gebrüllt Löwe!!

  • Das Wort "Kreditausfallversicherung" müsste doch
    nach Griechenland jedem halbwegs Interessierten geläufig sein.
    Mir kommt lebenslang keine südeuropäische Anleihe mehr ins Depot.

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