Standard & Poor's
Ratingagentur entzieht Niederlande die Bestnote

Die Wirtschaft der Niederlande befindet sich in schlechter Verfassung. Die Ratingagentur S&P zieht daraus Konsequenzen: Das Land verliert die Bestnote für die Kreditwürdigkeit. Spanien kann dagegen aufatmen.
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LondonDie US-Ratingagentur hat den Niederlanden bei den langfristigen Aussichten die Bestnote AAA aberkannt. Weil die Wachstumsaussichten des EU-Landes mittlerweile schwächer einzuschätzen seien als bisher angenommen, werde die Bewertung um eine Stufe auf AA+ herabgesetzt, teilte S&P am Freitag mit. Der Regierung werde es voraussichtlich schwerer fallen, ihre Haushaltsziele zu erreichen.

Mit dieser Entscheidung gibt es weltweit nur noch zehn Länder, davon sieben in Europa, die von den drei großen Ratingagenturen S&P, Fitch und Moody's mit der Bestnote bewertet werden. Bei sieben von ihnen wird die Perspektive dieser Bewertung als „stabil“ eingestuft, bei den drei übrigen, darunter Deutschland, warnen die Agenturen vor einem negativen Ausblick.

S&P hob am Freitag zudem die Perspektive für die Kreditwürdigkeit Spaniens auf "stabil" an. Die S&P-Analysten gehen also davon aus, dass die Bewertung BBB- beibehalten wird. Bislang hatten sie die Perspektive dieser Note mit „negativ“ eingestuft.

Die Ratingagentur begründete ihre Entscheidung damit, dass Spanien derzeit von einer fortschreitenden Wirtschaftserholung profitiere. Dies verdanke das Land insbesondere seinen Exporten in Kombination mit Haushalts- und Strukturreformen. Auch die Maßnahmen der Euro-Zone tragen laut S&P zu der Erholung bei. Am Donnerstag war mitgeteilt worden, dass Spanien im dritten Quartal dieses Jahres die Rezession hinter sich gelassen hat, in die es vor zwei Jahren gerutscht war.

Wegen der anhaltend hohen Verschuldung des Staates und der Privathaushalte sowie wegen schwacher Wachstumsaussichten behielt S&P aber die Note BBB- bei, die nur eine Stufe über einer Bewertung als Risiko-Land liegt. Die Ratingagentur geht davon aus, dass Spaniens Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2013 um 1,2 Prozent schrumpft, bevor es 2014 voraussichtlich um 0,8 Prozent und 2015 um 1,2 Prozent zulege.

Entwarnung gab es dagegen für Spanien. Dem südeuropäischen Land droht bei Standard & Poor's (S&P) erst einmal keine weitere Abstufung. Der Ausblick für die Kreditwürdigkeit sei wegen der sich schrittweise verbessernden Lage der Wirtschaft von negativ auf stabil angehoben worden, teilte die Ratingagentur am Freitag in London mit.

S&P hatte die Note für Spanien vor etwas mehr als einem Jahr um zwei Noten auf „BBB-“ gesenkt. Damit ist das südeuropäische Land nur noch einen Schritt vom sogenannten Ramschniveau entfernt, mit dem Ratingagenturen spekulative Anlagen kennzeichnen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die deutsche Regierung macht fröhlich Lobbypolitik in die eigene Tasche und die Medien machen Kindergarten mit uns. Alles wegen des lieben Geldes, dass die Linkspartei, die als einzige (vorgibt) das System ändern zu wollen unentwegt von Politikern und Medien gedisst wird ist ja kein Wunder. Weil fast alle noch an einen demokratischen Rechtsstaat glauben schlucken die alles was im Fernsehn kommt und wählen fleißig weiter Merkel wegen ihrer Deutschlandkette. Längst leben wir in einer Finanzdiktatur.

  • Besonders stört die wiederkehrende Einblendung von Meldungen in den Text, den ich gerade lese. Welcher ADHS-Gestörte verantwortet derartig kindische Spielereien ? Ist das HB für 12-Jährige Honks konzipiert ? Macht wirklich keinen Spaß mehr.

  • Wo liegen denn die Ratingagenturen?
    Wir befinden uns mit den USA in einem Wirtschaftskrieg, wer wirtschaftliche Zusammenhänge erkennt, der sieht der Euro lag heute Morgen bei 1,365.
    Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile für den Dollar. In diesen Fall mehr Nachteile, die Kosequenz daraus die Abwertung von Griechenland.
    Der Euro sinkt 1,360.
    Was dabei nicht berücksichtig wird, das Deutschland sehr exportlastig ist d.h. der Euro ist gestiegen, billiger Rohstoffe einkaufen.
    Der Euro ist gesunken, mehr Exporte, da für die anderen Länder der Wechselkurs nicht so hoch ist.

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