Anleihen
Starke Aktienmärkte und Aussicht auf Zinserhöhung belasten Anleihen

dpa-afx FRANKFURT. Eine deutliche Kurserholung an den Aktienmärkten und die Aussicht auf steigende Leitzinsen haben den deutschen Anleihenmarkt am Donnerstag unter Druck gesetzt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future verlor bis gegen 12.55 Uhr deutliche 0,31 Prozent auf 121,20 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg um 0,045 Punkte auf 3,305 Prozent.

Bereits seit Tagen sorge die Preisentwicklung in den USA und in der Eurozone für Diskussionsstoff an den Anleihenmärkten, hieß es in einer Analyse der HSH Nordbank. Offenbar beginne sich die energiepreisbedingte Teuerung auch auf die allgemeinen Verbraucherpreise zu übertragen. Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) hätten zwar mehrfach auf Inflationsrisiken verwiesen, diese so genannten "Zweitrundeneffekte" aber bisher noch verneint. "Doch die Anleger bleiben angesichts zum Teil deutlich in die Höhe schnellender Preissteigerungsraten skeptisch", schreiben die Experten der HSH Nordbank.

In den USA haben die Währungshüter hingegen bereits auf erste Anzeichen der Übertragung von Energiepreisen auf die allgemeinen Teuerungsraten hingewiesen. In einigen Notenbankdistriken der USA hätten die Unternehmen die gestiegenen Kosten im September bereits an die Verbraucher weitergegeben. Dabei handelt es sich um die ersten Hinweise für Zweitrundeneffekte, vor denen die Fed in ihren jüngsten Reden und Sizungsprotokollen immer wieder eindringlich gewarnt hat.

Nach dem ersten Hinweis auf Preisüberwälzungen im Monatsbericht der US-Notenbank, dem so genannten "Beige Book", rechnen Volkswirte fest mit weiteren Zinserhöhungen der Fed. Auch eine Zinserhöhung der EZB sei in den vergangenen Tagen wahrscheinlicher geworden.

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