Stephen King im Interview „Die Umschuldung muss sein - damit der Euro überlebt“

Mit milliardenschweren Hilfen lässt sich Griechenland nicht retten, sagt Stephen King, Chefvolkswirt von HSBC. Warum der Euro in Gefahr ist, Schuldensünder bestraft werden sollten und die Deutschen nicht unschuldig sind.
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Wenn Europa den Euro will, muss es enger zusammenrücken, sagt Stephen King, Chefvolkswirt von HSBC. Quelle: BOSTELMANN / BILDFOLIO für Handelsblatt

Wenn Europa den Euro will, muss es enger zusammenrücken, sagt Stephen King, Chefvolkswirt von HSBC.

(Foto: BOSTELMANN / BILDFOLIO für Handelsblatt)

Handelsblatt: Griechenland verpflichtet sich, noch mehr zu sparen. Kommt das Land so aus der Krise?

Stephen King: Die Griechen können noch so viel sparen, mit Sparprogrammen allein kommen sie nicht aus der Krise heraus. Die Investoren glauben nicht an den Erfolg der Sparmaßnahmen, sie fürchten im Gegenteil, dass diese das künftige Wachstum belasten werden. Die Anleiherenditen steigen deshalb weiter.

Handelsblatt: Wie sollen Staaten wie Griechenland oder Portugal ihre Schulden jemals zurückzahlen?

King: In den nächsten zwei, drei Jahren werden Griechenland und Portugal nicht an den Kapitalmarkt zurückkehren können. Durch neue Hilfspakete wird eine Lösung nur hinausgezögert, die fundamentalen Probleme bestehen weiter. Klar ist, dass irgendeine Art von Umschuldung notwendig sein wird, an der die Privatinvestoren beteiligt werden.

Handelsblatt: Die Investoren werden sich also auf Verluste einstellen müssen.

King: Es geht nicht so sehr darum, was mit einzelnen Anleihegläubigern passiert. Es geht um die Stabilität des Finanzsystems insgesamt. Die Frage ist: Wird eine Umschuldung ähnliche Folgen haben wie damals die Lehman-Pleite? Es gibt viele, die glauben, dass es zu einem Kollaps des Finanzsystems kommen wird.

Handelsblatt: Was denken Sie?

King: Ich denke nicht, dass es so weit kommen muss. Allerdings müssten Vorkehrungen getroffen werden, wie eine Umschuldung in geordneten Bahnen ablaufen kann. Und in jedem Fall müsste die Europäische Zentralbank mit an Bord sein.

Die D-Mark würde dramatisch aufwerten
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28 Kommentare zu "Stephen King im Interview: „Die Umschuldung muss sein - damit der Euro überlebt“"

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  • @HGN,
    ich spreche von einer "Rentenkasse" in die Beiträge von Pflichtversicherte eingezahlt werden.
    Ich spreche von einer "Beamtenkasse" in die keine Beiträge von Politiker und Beamte mit den identischen Vorgaben wie bei einer "Rentenkasse" eingezahlt werden.

  • Frägt Jemand eigentlich auch einmal, was die Bürger der EU-Staaten wollen? Wir wollen uns doch nicht von Anderen bevormunden lassen, auch wenn wir Schwierigkeiten haben. Deshalb wird die EU auf lange Sicht scheitern.
    Man kann keine Politik machen gegen das Volk. Das funktioniert nicht auf Dauer!

  • Den Beamten waren, sind und bleiben überprivilegiert, daran ändert auch Ihre verdächtig aggressive Verteidigungsrede nichts.

  • Wer hat denn hier eine Beamtenpensionskasse angegeben !

    So ein Quatsch !

    Guter Mann ich hatte einen Pensionsfond für die

    BEAMTEN angegeben,in den diese ihre Beiträge einzahlen!

  • "Was Europa braucht, ist ein Mechanismus,"

    Der einzige effiziente und faire Mechanismus ist der Markt. Das wären hier Zinsatz und Wechselkurs. --> Nationale Währungen sind einer Einheitswährung vorzuziehen.

  • "Der Euro ist dann lediglich die nächste, gescheiterte Währungsunion der Geschichte."

    Kann man daraus eigentlich bei den britischen Buchmachern Weten abschliessen?

  • Sie wären auch mit den echten Zahlen in die Währungsunion gekommen. Franz. und deutsche Politiker wollten das so.

    Allerdings hat niemand ein Recht auf Bail Outs. Die einzige Währungsunion die einiger dem ähnlich ist was wir hier haben und nicht gescheitert ist ist in den USA. Aber lässt man eben Bundesstaaten pleite gehen.

  • @HGN,
    nicht korrekt da keine Beamtenpensionskasse existiert (s. BRH).
    Weiter wurden den Angestellten im öffentlichen Dienst über die VBL beitragsfrei für die beschäftigten die Differenz zwischen Renten und Pensionen gezahlt, bis dann die Änderung dahingehend erfolgte, dass sich "bemüht würde" diese Differenz zu leisten. Ein definitiver Abstrich ist das Ergebnis.
    Ganz erheblich ist die Tatsache, dass der Gesetzgeber (auch ein Empfänger von Pensionen nach dem Beamtenrecht) jedem Pflichtversicherten oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze und Selbständigen grundsätzlich die Beföhigung zur eigenverantwortlichen Alterssicherung unterstellt.
    Eine Befähigung die der Gesetzgeber für Politiker und Beamte nicht vorsieht.
    Die Schlussfolgerung lässt wirklich tief blicken?!

  • Schlumpf
    Es ist doch rechtlich gesehen richtig, daß die Griechen

    sich in die EURO-WÄHRUNG manipuliert haben u. das ist

    ganz klar Betrug.

    Dem entsprechend haben sie auch kein Recht / Anspruch

    auf Euro-Zahlungen u.den EURO !

  • In der Tat, die DM würde aufwerten, der deutsche Exportüberschuss schmelzen. Na und? Das wollen doch sowieso alle!
    Die DM hätte den Vorteil, dass der Wohlstand in Deutschland bliebe. Denn alle Importe wären deutlich billiger. Die deutsche Wirtschaft wäre gefordert, sich den Herausforderungen einer starken Währung zu stellen, mit Innovation und Geschick - wie in der Schweiz. Also mit dem Aufwertungsdruck auf eine neue DM Punkte machen zu wollen... das geht nur bei den Dummen und schnell für dumm zu Verkaufenden! Und den Angsthasen, denen man nur sagen muss, dass sie dann aber den Job verlieren - die verkaufen dann auch ihre Oma!

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