Stephen King im Interview
„Die Umschuldung muss sein - damit der Euro überlebt“

Mit milliardenschweren Hilfen lässt sich Griechenland nicht retten, sagt Stephen King, Chefvolkswirt von HSBC. Warum der Euro in Gefahr ist, Schuldensünder bestraft werden sollten und die Deutschen nicht unschuldig sind.
  • 28

Handelsblatt: Griechenland verpflichtet sich, noch mehr zu sparen. Kommt das Land so aus der Krise?

Stephen King: Die Griechen können noch so viel sparen, mit Sparprogrammen allein kommen sie nicht aus der Krise heraus. Die Investoren glauben nicht an den Erfolg der Sparmaßnahmen, sie fürchten im Gegenteil, dass diese das künftige Wachstum belasten werden. Die Anleiherenditen steigen deshalb weiter.

Handelsblatt: Wie sollen Staaten wie Griechenland oder Portugal ihre Schulden jemals zurückzahlen?

King: In den nächsten zwei, drei Jahren werden Griechenland und Portugal nicht an den Kapitalmarkt zurückkehren können. Durch neue Hilfspakete wird eine Lösung nur hinausgezögert, die fundamentalen Probleme bestehen weiter. Klar ist, dass irgendeine Art von Umschuldung notwendig sein wird, an der die Privatinvestoren beteiligt werden.

Handelsblatt: Die Investoren werden sich also auf Verluste einstellen müssen.

King: Es geht nicht so sehr darum, was mit einzelnen Anleihegläubigern passiert. Es geht um die Stabilität des Finanzsystems insgesamt. Die Frage ist: Wird eine Umschuldung ähnliche Folgen haben wie damals die Lehman-Pleite? Es gibt viele, die glauben, dass es zu einem Kollaps des Finanzsystems kommen wird.

Handelsblatt: Was denken Sie?

King: Ich denke nicht, dass es so weit kommen muss. Allerdings müssten Vorkehrungen getroffen werden, wie eine Umschuldung in geordneten Bahnen ablaufen kann. Und in jedem Fall müsste die Europäische Zentralbank mit an Bord sein.

Seite 1:

„Die Umschuldung muss sein - damit der Euro überlebt“

Seite 2:

Die D-Mark würde dramatisch aufwerten

Seite 3:

Die Strafen müssen wirklich wehtun

Kommentare zu " Stephen King im Interview: „Die Umschuldung muss sein - damit der Euro überlebt“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @HGN,
    ich spreche von einer "Rentenkasse" in die Beiträge von Pflichtversicherte eingezahlt werden.
    Ich spreche von einer "Beamtenkasse" in die keine Beiträge von Politiker und Beamte mit den identischen Vorgaben wie bei einer "Rentenkasse" eingezahlt werden.

  • Frägt Jemand eigentlich auch einmal, was die Bürger der EU-Staaten wollen? Wir wollen uns doch nicht von Anderen bevormunden lassen, auch wenn wir Schwierigkeiten haben. Deshalb wird die EU auf lange Sicht scheitern.
    Man kann keine Politik machen gegen das Volk. Das funktioniert nicht auf Dauer!

  • Den Beamten waren, sind und bleiben überprivilegiert, daran ändert auch Ihre verdächtig aggressive Verteidigungsrede nichts.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%