Streit um Sparpaket
Irische Anleihen fallen immer tiefer

Am Anleihemarkt wächst die Sorge vor neuen Hiobsbotschaften aus Irland. Die Ankündigung der Opposition, das Sparpaket nicht mitzutragen, schürt Bedenken und drückt die Kurse irischer Staatsanleihen auf neue Tiefstände. Im Sog rutschen auch portugiesische Bonds ab. Dagegen machen Papiere aus Griechenland nach dem Wahlsieg der Regierungspartei etwas Boden gut.
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HB DUBLIN. Die Unsicherheit über die Sparerfolge Irlands haben irische Anleihen zu Wochenbeginn weiter zurückgeworfen. Der Risikoaufschlag (Spread) für zehnjährige irische Anleihen zur Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit stieg auf 557 Basispunkte und lag damit so hoch wie noch nie seit der Euro-Einführung.

Händlern zufolge gibt es derzeit unter Investoren Befürchtungen, dass Irland sein sechs Milliarden Euro schweres Sparpaket nicht geschnürt bekommt. Die Regierung in Dublin hat nur eine hauchdünne Mehrheit im Parlament, die größte Oppositionspartei in Dublin lehnt den Sparhaushalt ab. Händler verwiesen zudem auf Zeitungsberichte, denen zufolge es für Irland sehr schwer werden dürfte, den internationalen Kapitalmarkt anzuzapfen.

Die Nervosität der Anleger spiegelte sich am Markt für Credit Default Swaps (CDS) wider: Die Kosten für die Versicherung eines zehn Millionen Euro schweren Kredites der Insel-Republik gegen Zahlungsausfall verteuerte sich dem Datenanbieter CMA zufolge auf 607.000 Euro, nach 578.000 Euro am Freitag.



Im Sog Irlands zog es auch portugiesische Staatsanleihen weiter abwärts. Der Spread zehnjähriger Papiere kletterte mit 456 Basispunkten ebenfalls auf ein Rekordhoch seit der Euro-Einführung.

Hingegen sank der Risikoaufschlag für griechische Anleihen leicht auf 913 Basispunkte, nachdem die in Athen regierenden Sozialisten die Kommunalwahlen ersten Ergebnissen zufolge für sich entscheiden konnten. Regierungschef Giorgos Papandreou hatte die Wahl zu einem Referendum über seine Reformen zur Sanierung der Staatsfinanzen gemacht.

Von der Unsicherheit profitierten Bundesanleihen. Der Bund-Future stieg um 43 Ticks auf 130,67 Zähler. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank auf 2,379 Prozent.

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