Strukturierter Bond der DZ Bank verbrieft Risiken von mehreren Firmen
Cobold-Anleihe lockt mit hoher Rendite

FRANKFURT/M. Anleger auf der Suche nach hohen Anleiherenditen haben es schwer. Unternehmensbonds mit einem Rating in der vergleichsweise sicheren Rating-Kategorie Investment-Grade bieten bei einer überschaubaren Laufzeit von vier Jahren kaum mehr als drei Prozent Rendite. Das ist mager. Auffällig sind da die Anleihen aus der so genannten Cobold-Reihe der DZ Bank. Dabei steht Cobold für Corporate Bond Linked Debt. Die jüngste Emission aus dieser Serie »(WKN DZ8F2U6) wird in vier Jahren fällig und lockt mit einer attraktiven Rendite von derzeit rund 4,3 Prozent.

Bei Cobold-Anleihen handelt es sich nicht, wie man auf den ersten Blick denken könnte, um Bankenbonds. Die DZ Bank ist nur der Emittent. In der jüngsten Emission verbrieft sie die Unternehmensrisiken der Dax-Unternehmen Daimler-Chrysler, Thyssen-Krupp, Tui und Volkswagen (VW).

Anleger bekommen mit dieser strukturierten Anleihe höhere Renditen als beim Kauf von vierjährigen Bonds der betroffenen Unternehmen, wobei es von Tui gar keine Anleihe mit dieser Laufzeit gibt. „Wir können die Renditeaufschläge bieten, weil wir nicht in direkte Anleihen der Unternehmen investieren, sondern in Kreditderivate, die derzeit höher rentieren als die Bonds der Firmen“, erklärt Astrid Rasch, zuständig für strukturierte Zinsprodukte für Privatanleger bei der DZ Bank. Kurs und Rendite der Cobold-Anleihen richten sich danach, wie sich die zu Grunde liegenden Kreditderivate – so genannte Credit Default Swaps (CDS) – mit Laufzeit von vier Jahren entwickeln. CDS sind eine Art Ausfallversicherung auf Anleihen und Kredite und ein wichtiger Markt für professionelle Investoren.

Das Risiko ist für Anleger bei den Cobold-Anleihen aber höher, als wenn sie sich einzelne Bonds der Unternehmen kaufen. Wenn nur eines der Unternehmen, auf das sich die Cobold-Anleihe bezieht, in Zahlungsschwierigkeiten gerät, bekommen die Anleger nicht ihren eingezahlten Nominalbetrag zurück, sondern Anleihen des ausgefallenen Unternehmens. Dabei kann die Laufzeit über die vier Jahre der Cobold-Emission hinausgehen. Die strukturierten Anleihen vergrößern somit das Ausfallrisiko. „In den knapp fünf Jahren, in denen wir Cobold-Anleihen für Privatanleger auflegen, ist aber noch nie eines der Referenzunternehmen ausgefallen“, sagt Rasch.

Wenn keines der Referenzunternehmen in Schwierigkeiten gerät, bekommen die Investoren ihr eingesetztes Kapital am Ende der Laufzeit zurück. Die Spezial-Anleihen werden an den Börsen in Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart gehandelt. Außerdem können Anleger sie – in der Regel provisionsfrei – bei Volks- und Raiffeisenbanken, deren Spitzeninstitute DZ Bank und WGZ-Bank sind, kaufen.

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