„Süßes Gift“
Weidmann warnt vor Anleihekäufen

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hält nicht viel von den Plänen, wonach die EZB Staatsanleihen angeschlagener Länder aufkaufen soll. So würden „Risiken von einem Land in ein anderes“ verschoben.
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Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte nach Aussage von Bundesbankpräsident Jens Weidmann nicht Risiken von einem Land in ein anderes verschieben, indem sie Staatsanleihen aufkauft.

„Ein besonderes Problem mit den Käufen von Staatsanleihen in einer Währungsunion ist, dass sie die Risiken unter den Steuerzahlern der verschiedenen Länder umverteilen”, sagte Weidmann, der auch EZB-Ratsmitglied ist, am späten Donnerstag bei einer Rede in Dubrovnik, Kroatien. „Alle Entscheidungen dieser Art sollten jedoch von den demokratisch gewählten Regierungen und Parlamenten getroffen werden.”

Die in Frankfurt ansässige EZB hat in diesem Monat ein historisches Maßnahmenpaket bekanntgegeben, um die Gefahr einer Deflation abzuwehren.

Die Währungshüter hatten angekündigt, ihre Vorarbeiten für den Kauf von forderungsbesicherten Papieren (ABS) zu intensivieren. Die Notenbanker verpflichteten sich zwar nicht dazu, Käufe von Staatsanleihen einzusetzen. Die Aussicht darauf schürte jedoch EZB-Präsident Mario Draghi, indem er sagte, weitere Schritte würden eingeleitet, wenn dies nötig sei.

„Asset-Käufe dürften auf die Regierungen wie ein süßes Gift wirken”, sagte Weidmann. „Das böse Erwachen dürfte kommen, wenn die Käufe reduziert oder vollkommen eingestellt werden.”

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " „Süßes Gift“: Weidmann warnt vor Anleihekäufen"

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  • Wenn doch alle Maßnahmen der EZB nicht dazu geführt haben, dass mehr Geld dem realen Geschäftsleben zur Verfügung gestellt wurde, dann ist es doch angebracht, die Maßnahmen komplett zurück zu drehen!
    Dann springen auch mal ein paar Zockerbanken/Staaten.
    so what!

  • Ein böses Erwachen wird es auch geben, wenn die Inflation wieder anzieht und die EZB nichts dagegen tun kann ohne einen Megacrash am Aktien- und Immobilienmarkt zu auszulösen. Wenn die EZB ihr Mandat noch ernst nimmt, sollte sie dies beunruhigen.

  • Die Warnungen des Bundesbankpräsidenten vor möglichen Staatsanleihenkäufen durch die EZB verdienen uneingeschränkte Unterstützung.Die Argumente sind plausibel und überzeugend. Es besteht im übrigen die grosse Gefahr, dass die Geldpolitik in eine selbst gestellte Falle gerät und sie mehr und mehr als Rettungsanker für die politische Versäumnisse missbraucht wird. Das Risiko ist gross, dass eine einmal getroffene Entscheidung zugunsten QE sehr schwer bzw kaum revidierbar ist.
    Die Warnungen Weidmanns sind daher sehr angebracht.Allerdings sollte er dann auch konsequent sein und im EZBRat gegen einen derartigen Beschluss stimmen und dies auch öffentlich vertreten, um seine Glaubwürdigkeit nicht zu verlieren.

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