Terminkontrakt Bund-Future hält sich leicht im Plus
Daten aus den USA geben Renten Rückhalt

Schwächer als erwartete US-Einzelhandelsumsätze haben amerikanische und europäische Staatsanleihen gestern gestützt. Auch der auf ein neues Rekordhoch gestiegene Ölpreis gab den Rentenmärkten etwas Rückhalt. Höhere Ölpreise werden am Anleihemarkt weniger als Inflationsgefahr, denn als Bremse für die Wirtschaftsentwicklung interpretiert.

HB FRANKFURT/M.Das stützt die Nachfrage nach festverzinslichen Anleihen, die in unsicheren Konjunkturzeiten als sicherer Anlagehafen gelten.

Am Abend lag die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe etwas niedriger als am Vorabend bei 3,33 Prozent. Der führende Terminkontrakt auf lang laufende Bundesanleihen, der Bund-Future mit Fälligkeit im September, lag 0,22 Prozentpunkte im Plus bei 121,78 Prozent. Sein Tagestief hatte am Morgen bei 121,30 Prozent gelegen, was Händler mit Gewinnmitnahmen nach dem festeren Schluss des Vortags erklärten. In den USA rentierte die zehnjährige Staatsanleihe am Abend im New Yorker Handel mit 4,34 Prozent und damit niedriger als am Vortag.

Der Anstieg des Bund-Futures wurde von Konjunkturdaten aus den USA gestützt. Im Juli stiegen die US-Einzelhandelsumsätze zwar gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent. Analysten hatten im Schnitt aber mit einem wesentlich kräftigeren Anstieg um 2,1 Prozent gerechnet. Auch nach einer Herausrechnung der PKW-Umsätze lag die Wachstumsrate der Einzelhandelsumsätze mit 0,3 Prozent unter den Prognosen von 0,6 Prozent.

Die gegenüber der Vorwoche mit 308 000 rückläufigen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA beeinflussten das Marktgeschehen Händlern zufolge dagegen kaum. Volkswirte hatten einen leichten Anstieg der Erstanträge auf 315 000 nach 312 000 in der Vorwoche prognostiziert. Die Zahlen aus der Euro-Zone, in der das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal wie erwartet um 0,3 Prozent gestiegen ist, wirkte sich nach Angaben von Händlern nicht auf den Markt aus.

Mit Spannung wurde am Abend die Auktion zehnjähriger US-Staatsanleihen über 13 Mrd. Dollar erwartet. Dabei stand vor allem die Zahl der indirekten Gebote im Blick, die bei den beiden vorangegangenen Auktionen schwach war. Das gestrige Interesse an der Auktion übertraf jedoch deutlich die Erwartungen und stützte damit die Kurse der US-Treasuries. Auf die indirekten Gebote, die auch diejenigen ausländischer Zentralbanken umfassen, entfielen 46,3 Prozent der Auktion. Das Schatzamt hatte bereits am Montag dreijährige Staatsanleihen über 18 Mrd. und am Mittwoch fünfjährige Staatsanleihen über 13 Mrd. Dollar versteigert. Neben Primärhändlern ausgewählter Banken, die direkte Gebote für Auktionen des US-Schatzamtes abgeben dürfen, können Zentralbanken indirekte Gebote über die Primärhändler abgeben.

Im Handel kursierten zuvor Sorgen, dass gerade asiatische Notenbanken künftig weniger Dollar-Staatsanleihen nachfragen. Das hängt damit zusammen, dass China die Bindung seiner Währung an den US-Dollar gelockert hat. Um den Yuan gegenüber dem Dollar zu stützen, hatte die chinesische Zentralbank in der Vergangenheit verstärkt US-Staatsanleihen gekauft. „Nicht nur in dieser Woche, sondern auch schon in den vorangegangenen Auktionen konnte man sehen, dass Zentralbanken weniger Appetit auf US-Staatsanleihen haben“, kommentierte Réne Defossez, Bondstratege bei Ixis, gegenüber Reuters.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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