Trotz Finanzkrise
Leichte Hoffnung am Verbriefungsmarkt

Für Asset Backed Securities, also mit Forderungen unterlegte Wertpapiere, gab es aufgrund der Kreditkrise kaum einen Markt. Nun kehrt jedoch vorsichtiger Optimismus zurück: VW Financial Services hat wieder ein Geschäft abgeschlossen – eine mögliche Initialzündung für die ganze Branche.

FRANKFURT. Nach der seit Sommer ersten platzierten Tranche verbriefter Automoblilforderungen wächst die Hoffnung auf eine leichte Normalisierung des Marktes. „Ich glaube, dass die ABS-Programme der Autoindustrie insgesamt wieder einen besseren Marktzugang erhalten“, sagte der für die Refinanzierung zuständige Vorstand des Emittenten Volkswagen Financial Services, Klaus-Dieter Schürmann, dem Handelsblatt. Der Markt für mit Forderungen unterlegte Wertpapiere (Asset Backed Securities, ABS) ist im Zuge der Finanzkrise quasi ausgetrocknet. Gestern teilte VW mit, Leasingverträge über gut eine Mrd. Euro verbrieft zu haben.

„Das gibt ein bisschen Hoffnung, dass sich am Primärmarkt nicht nur bei Wohnimmobilien, sondern auch bei der Verbriefung von Konsumfinanzierungen wieder etwas bewegt in Europa“, sagt ABS-Analyst Markus Ernst von Unicredit. Seit vergangener Woche steige die Zahl der Transaktionen wieder, die öffentlich zu einem festen Preis angeboten und ausreichend gezeichnet würden. Doch laufe das Geschäft nach Monaten der Eiszeit weiter auf geringem Niveau. Zudem stiegen die Risikoprämien beim Handel mit ABS-Anleihen auf dem Sekundärmarkt seit einigen Tagen wieder signifikant an. „Eine rasche Erholung für europäische ABS ist nicht in Sicht“, sagte Ernst.

Mit 37 Basispunkten auf den Euribor lag die Risikoprämie bei der VW-Tranche mehr als sieben Mal höher als bei der letzten Verbriefung im Frühjahr. Angesichts der „Sippenhaft“, unter der Auto-ABS-Programme gelitten hätten, sei er damit aber zufrieden, sagte Schürmann. Eine wirkliche Normalisierung sieht er im Verlauf des kommenden Jahres.

Verbriefung ist ein wichtiges Refinanzierungsinstrument für Autofirmen. In den USA, wo Ängste zunehmen, dass auch Autokredite mit höheren Ausfallraten zu rechnen haben, sieht Schürmann für das eigene Haus keine Refinanzierungsprobleme. US-Kunden von VW und Audi seien nicht bonitätsschwach. „Hersteller von Fahrzeugen, die eher die Subprime-Kundschaft haben, könnten schon Probleme bekommen“, sagte er.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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