Trotz Griechenland-Krise
Unternehmen vergeben lieber Euro- statt Dollar-Anleihen

Die Griechenland-Krise hält die Kapitalmärkte auf Trab. Doch ungeachtet der Unsicherheiten bezüglich der Zahlungsfähigkeit Athens bevorzugen zahlreiche Unternehmen aus Asien und Lateinamerika auf Euro lautende Anleihen.
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LondonDie Zukunft Griechenlands im Euro-Raum mag ungewiss sein, aber in Asien und Lateinamerika ist die Gemeinschaftswährung zunehmend beliebt. Unternehmen wie Sinopec Group oder Petroleos Mexicanos sowie die mexikanische Regierung haben in der ersten Jahreshälfte lieber auf Euro als auf Dollar lautende Anleihen begeben und damit bei der Rendite mehr als hundert Basispunkte gespart. Investoren wie Union Investment Privatfonds und AllianceBernstein erwarten, dass in den kommenden sechs Monaten weitere Emittenten dazukommen werden, weil der Lockruf von Mario Draghis Stimuli stärker wirkt als die Auswirkungen des griechischen Dramas.

Kreditnehmer aus Schwellenländern suchen nach Möglichkeiten, sich weiterhin billig Geld zu leihen, während die Federal Reserve das Ende der billigen Dollar-Finanzierung mit einer Zinsanhebung irgendwann in diesem Jahr vorbereitet. Laut Dmitri Barinov von Union Investment wenden sie sich dabei zunehmend dem Euroraum zu, wo schwache Inflation und geringes Wachstum sowie eine zunehmende Geldmenge die Renditen drücken. „Ab September wird das noch zunehmen“, erklärte Barinov am Dienstag. „Die sehr niedrigen Zinsen und das anhaltende QE- Programm in Europa machen die Ablösung von Verbindlichkeiten viel günstiger als in US-Dollar.“

Während sich die Emissionen von Dollar-denominierten Wertpapieren von Regierungen und Unternehmen in Lateinamerika seit Jahresbeginn halbiert haben, gab es bei auf Euro lautenden Bonds einen Zuwachs um 40 Prozent, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. In Asien haben die Platzierungen in Dollar sechs Prozent zugenommen, während sich das Emissionsvolumen bei Euro-denominierten Papieren verdoppelt hat.

Mehr als 90 Prozent der Anleihen im Volumen von 6,5 Milliarden Euro, die in Asien in der ersten Jahreshälfte begeben wurden, kamen von chinesischen Schuldnern. Darin enthalten sind dreijährige Papiere von Sinopec vom April, die mit einer Rendite von 0,5 Prozent auf den Markt kamen. Dollar-Papiere des Unternehmens mit ähnlicher Laufzeit hatten am Dienstag eine Rendite von 1,72 Prozent.

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  • Solange sie noch genug Geldgeber finden, die in Euro-Anleihen investieren wollen, ist´s doch gut und schön.

    Bei Fälligkeit brauchen die Schuldner dann vielleicht nur noch einen Bruchteil zurück zahlen, weil der Euro zusammen geschmolzen oder sich gar ganz auflöste.

    Daß also die Schuldner gern im Euro arbeiten, ist verständlich: das Bare ist in Sachwerten investiert - oder sonst wo und die Rückzahlung kann nach Gusto vorgenommen werden - vermutlich, ja sogar wahrscheinlich.

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