Trotz niedriger Teuerungsraten sind die Spezialbonds attraktiv
Investoren erwärmen sich für Anleihen mit Inflationsschutz

Die Renditen an den Anleihemärkten werden trotz des Ölpreisschocks niedrig bleiben. Diese Meinung vertraten einhellig Investoren und Banker beim „Frankfurter Gespräch“ des Handelsblatts.

FRANKFURT/M. Konjunkturängste und die hohe Nachfrage professioneller Investoren dürften die Kurse der Bonds weiter oben und so die Renditen unten halten. Dabei wächst die Vorliebe für inflationsgeschützte Anleihen.

Viel Spielraum für noch weiter sinkende Renditen gibt es den Experten zufolge allerdings nicht. „Schon allein die Tatsache, dass viele Marktteilnehmer, die bisher auf steigende Renditen gesetzt haben, jetzt von dauerhaft niedrigen Renditen ausgehen, zeigt, dass wir nahe am Tief sind“, sagte Reiner Back, Leiter Zins- und Währungen bei Meag (Munich Ergo Asset Management). „Tendenziell werden die Renditen zwar leicht steigen, ein Ausverkauf an den Bondmärkten ist aber nicht zu befürchten“, meinte Olaf Beckmann-Haag, Fondsmanager bei Deka Investment.

Kaum Gefahr droht den Anleihemärkten vom hohen Ölpreis, weil er die Inflation nach Meinung der Investoren kaum anheizen wird. Inflation ist Gift für die Anleihemärkte, weil Preissteigerungen an den mageren Renditen zehren.

„Seit etwa einem Jahr wird der steigende Ölpreis an den Rentenmärkten vor allem als Bremse für die Konjunktur und nicht als Treiber der Inflation gesehen“, erklärte Back. „Solange außerdem die These vorherrscht, dass sich die Ölpreise wegen des Wettbewerbs der Arbeitsmärkte nicht in Lohnerhöhungen niederschlagen, wird es keine Lohn-Preis-Spirale und damit auch keine deutlich anziehende Kerninflation geben“, sagte Uwe Siegmund, Investmentstratege bei der R+V Versicherung. Dazu komme, dass der Markt der Europäischen Zentralbank zutraue, die Inflation in Schach zu halten, ergänzte DWS–Fondsmanager Leif Bjurstroem.

Seit Anfang 2004 hat sich der Preis für europäisches Brentöl auf knapp 65 Dollar je Barrel (159 Liter) mehr als verdoppelt. Die Inflation stieg jedoch nur moderat von 1,9 auf 2,2 Prozent. In der Kernrate – also ohne Preissteigerungen für Energie und Lebensmittel – sind die Verbraucherpreise seit Anfang 2004 sogar von 1,7 auf 1,3 Prozent gesunken.

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