Trotz Schuldenberg
Anleger reißen sich um US-Staatsanleihen

Investoren überschütten die USA mit Geld: Für Anleihen im Volumen von 1,12 Billionen Dollar bieten Investoren mehr als 3,4 Billionen Dollar. Doch wenn die Zinsen steigen, könnte es bitter werden.
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Allen Sorgen zum Trotz, dass die Kurse von Festverzinslichen einbrechen werden, wenn die Zinsen steigen, gelang es dem US-Finanzministerium für die in diesem Jahr angebotenen Anleihen im Volumen von 1,12 Billionen Dollar Gebote von Investoren über 3,4 Billionen Dollar zu erhalten. Das geht aus Daten von Bloomberg hervor. Damit waren die US- Bondemissionen 3,06-fach überzeichnet - nur einmal bisher war die Überzeichnung noch höher. Für das Jahr 2013 betrug die Quote 2,88.

Investoren zu gewinnen ist wichtig für die USA, denn das Land muss einen Schuldenberg finanzieren, der sich seit der Finanzkrise mehr als verdoppelt hat auf fast 18 Billionen Dollar. Gerade in der vergangenen Woche zeigte sich die Attraktivität der Treasuries, als die zehnjährigen Benchmark-Bonds die stärkste Rally seit März hinlegten. Investoren suchten nach Sicherheit, angesichts wachsender Besorgnis um eine Bank in Portugal.

Am Montag rentierten die zehnjährigen US-Papiere mit 2,52 Prozent. Laut Bloomberg US Treasury Bond Index kommen US- Treasuries aller Laufzeiten für dieses Jahr auf einen Ertrag von durchschnittlich 3,3 Prozent. „Es gibt immer noch viel Bedarf bei Käufern“, sagt William O'Donnell, Leiter Strategie US-Staatsanleihen bei RBS Securities in Stamford. „Wir haben das bei allen Quellen gesehen.“ RBS zählt zu den 22 Primärhändlern der USA, die bei Auktionen Gebote abgeben müssen.

Hinter der anhaltenden Nachfrage nach den US-Staatspapieren stehen Spekulationen, dass die Weltwirtschaft nicht stark genug wachsen wird, um den Zentralbanken zu erlauben aus der lockeren Geldpolitik, die weltweit die Bondmärkte gestützt hat, rasch auszusteigen. Barclays, ein weiterer Primärhändler, hatte am 11. Juli die Prognose für das Weltwirtschaftswachstum im laufenden Quartal von 3,4 Prozent auf 3,1 Prozent zurückgeschraubt.Wie aus dem am 9. Juli veröffentlichten Protokoll der Federal-Reserve-Sitzung vom 17. und 18. Juni hervorging, waren die Mitglieder des zinspolitischen Offenmarktauschusses der Ansicht, dass die günstigen finanziellen Bedingungen für die Konjunkturerholung noch weiter notwendig sind. Gleichzeitig verlangen die neuen aufsichtsrechtlichen Vorschriften für die Banken, dass diese verstärkt qualitativ hochwertige Anlagen vorhalten, wie etwa Treasuries.

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