Trotz Zypern-Krise
Portugal muss weniger Zinsen zahlen

Die drohende Staatspleite Zyperns hat Investoren wohl nicht verunsichert. Das Euro-Krisenland Portugal ist nämlich günstiger an neue Kredite gekommen. Das Land steht noch unter dem Euro-Rettungsschirm.
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Lissabon/FrankfurtTrotz drohender Staatspleite in Zypern kommt ein anderes Euro-Krisenland günstiger an neue Kredite: Portugal konnte sich am Mittwoch wie geplant frisches Geld bei Anlegern an Geldmarkt besorgen und zwar zu günstigeren Konditionen als zuletzt. Das geht aus Angaben der Schuldenagentur in Lissabon hervor.

Um sich 1,2 Milliarden Euro bis 2014 zu leihen, musste Portugal Investoren einen durchschnittlichen Zins von 1,51 Prozent bieten. Bei der letzten Auktion im Januar hatte er noch bei 1,96 Prozent gelegen. Weitere 300 Millionen Euro sammelte das Land mit dreimonatigen Schuldverschreibungen ein. Hier zogen die Zinsen leicht von 0,74 auf 0,76 Prozent an.

Portugal steht unter dem Euro-Rettungsschirm und finanziert sich bislang nur kurzfristig am freien Kapitalmarkt. Der Zeitpunkt für die Geldmarktauktion war kritisch, da sich die Lage in Zypern immer weiter zuspitzt. Das zyprische Parlament stimmte am Dienstagabend gegen die mit den Europartnern vereinbarte Zwangsabgabe auf Bankeinlagen und damit auch gegen das Hilfspaket. Wenn nicht rasch andere Geldquellen aufgetan werden, drohen Staatspleite und Euro-Aus.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Allmählich fangen die Finanzmärkte an wieder normal zu funktionieren:

    Portugal ist Portugal, Zypern ist Zypern, Ansteckungsgefahr ist eine Massenpsychose und Eurobonds gibt es nicht.

    Zypern ist jetzt seit 5 Tagen de fakto nicht mehr in der Eurozone, und kein Weltuntergang hat stattgefunden.

    Das portugiesische Haushaltsdefizit war 2012 mit 4,9% BSP zwar höher als erhofft, dürfte sich in diesem und im nächsten Jahr aber auf diesem Niveau stabilisieren.

    Die positive Handelsbilanz Portugals bedeutet, daß das Defizit im wesentlichen innenfinanziert ist und eröffnet die Perspektive einer allmählich wieder anziehenden Konjunktur und einer verstärkten Akzeptanz Portugals an den Kapitalmärkten.

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