Turbulenzen bei Unternehmensanleihen
Firmen legen Pläne für Bonds auf Eis

In den USA gab es auf Grund der Unsicherheiten auf den Anleihemärkten schon zahlreiche verschobene Emissionen, jetzt mehren sich auch die Absagen in Europa. Jüngstes Opfer ist österreichische Holdinggesellschaft A-Tec. Sie zog ihre Pläne für die Platzierung einer Anleihe zurück und begründete dies mit der hohen Volatilität.

cü FRANKFURT. Die Turbulenzen bei Unternehmensanleihen haben am gestrigen Dienstag ein weiteres Opfer gefordert. Die österreichische Holdinggesellschaft A-Tec Industries zog ihre Pläne für die Platzierung einer Anleihe zurück und begründete dies mit der hohen Volatilität. Seit Ende Juni sind die Risikoprämien für Unternehmensanleihen und für Derivate deutlich gestiegen und verteuern die Refinanzierung für Firmen. Auslöser für die steigenden Aufschläge ist die Krise am US-Subprime-Markt, also die Angst vor steigenden Ausfälle von zweitrangigen Hypothekenkrediten und mit ihnen gedeckte Bonds.

In den USA gab es auf Grund der Unsicherheiten schon zahlreiche verschobene Emissionen, jetzt mehren sich auch die Absagen in Europa. So hatten am Montag der russische Ölkonzern Rosneft und der rumänische Telekombetreiber Telemobil Bondpläne auf Eis gelegt, ähnlich wie im Juli schon der polnische Ölkonzern PKN Orlen, und der britische Mobilfunkbertreiber Carphone Warehouse. Ende Juni hatte der Stahlkonzern Arcelor mit einer verschobenen Emission für Aufsehen gesorgt.

A-Tec Industries wollte unter Federführung von Dresdner Kleinwort und Unicredit eine Hybrid-Anleihe begeben. Das sind nachrangige Zinspapiere, die Firmen auf ihr Eigenkapital anrechnen können. Sie gelten als besonders riskant. Der Bond sollte laut Bankern um die 200 Mill. Euro schwer werden. A-Tec hat sich am belgischen Kupferproduzenten Cumerio beteiligt und will verhindern, dass dieser durch die Norddeutschen Affinerie übernommen wird.

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