Über 3 Milliarden Euro
Griechenland gibt Anleihen in Rekordhöhe aus

Griechenland plant die bisher größte Ausgabe von Anleihen mit kurzer Laufzeit. Insgesamt 3,125 Milliarden Euro will Athen durch die Drei-Monats-Anleihen einspielen und so die Zahlungsunfähigkeit erneut verhindern.
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AthenUm ihre Zahlungsunfähigkeit zu verhindern, will die griechische Regierung Anfang kommender Woche kurzfristige Staatsanleihen in bislang einmaliger Höhe von 3,125 Milliarden Euro ausgeben. Die Anleihen mit einer Laufzeit von drei Monaten sollen am Dienstag angeboten werden, wie die griechische Behörde zur Verwaltung der Staatschuld am Freitag mitteilte.

Im Finanzministerium in Athen hieß es, mit den erzielten Einnahmen sollten angesichts des Stopps der Auszahlung internationaler Hilfsgelder die laufenden Ausgaben des Staats gedeckt und eine Zahlungsunfähigkeit vermieden werden.

Griechenland kann seit dem Winter 2010 keine mittel- oder langfristigen Staatsanleihen mehr ausgeben, sondern nur noch kurzfristige. Die Regierung gibt zweimal im Monat Anleihen mit einer Laufzeit von drei oder sechs Monaten aus, um die Hilfsgelder von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu ergänzen. Die für Dienstag geplante Ausgabe von Anleihen ist die größte ihrer Art: Seit Beginn der Finanzkrise hatte der Wert der ausgegebenen kurzfristigen Anleihen nie mehr als 1,95 Milliarden Euro betragen.

EU und IWF haben die Auszahlung der Hilfsgelder vorübergehend ausgesetzt, bis das Reformprogramm wieder läuft, zu dem sich Athen im Gegenzug für die Hilfen verpflichtet hat. Über die Auszahlung der nächsten Tranche der Kredite in Höhe von 31,5 Milliarden Euro will die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF erst im September entscheiden. Ohne das Geld droht Griechenland die Staatspleite.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Doch unsere Bundeskanzlerin!! Die überlegt sogar (nachdem alle Experten vor einer Überforderung Deutschlands warnen) das deutsche Volk darüber zu befragen, ob es den bereits schiefgelaufenen Weg per Volksabstimmung mitgehen möchte. Soll noch jemand sagen, die Kanzlerin würde die Meinung des Volkes zu diesem Thema nicht interessieren. Stellt sich die Frage ob es zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch Sinn hat, diese Frage zu stellen. Oder will sich vielleicht jemand aus der Verantwortung stehlen?

  • Also mal Klartext:
    - die Griechen sind (wieder mal) pleite
    - man legt eine Anleihe auf, die kein Mensch mit auch nur einer aktiven Gehirnzelle mit der Kneifzange anfassen würde
    - die EZB muss den Dreck aber aus dem Markt wegkaufen, weil GR sonst offiziell Konkurs anmelden müsste

    Das nennt sich wahlweise "Insolvenzverschleppung" und ist selbst in seiner freundlicheren Formulierung namens "Staatsfinanzierung" <b>verboten</b>!

    Aber so Kleinigkeiten wie geltendes Recht stören ja zwischenzeitlich niemanden mehr..

  • Wenn der Meteoriteneinschlag dort niedergehen soll, wo sich die Wurzel allen Übels
    befindet, dann kann es nur in Brüssel sein, d.h. ein bestimmter Gebäudekomplex dort.

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