Unsichere Zinsentwicklung macht Floater attraktiv
Variabel verzinste Anleihen sind gefragt

Anleihen mit variabler Verzinsung – so genannte Floater – stehen bei Anlegern hoch im Kurs. „Längerfristig fürchten viele Investoren, dass die Anleiherenditen steigen werden, deshalb sind Floater sehr gefragt“, sagt Rüdiger W. Rohner, der bei BNP Paribas die Betreuung institutioneller Anleihe-Investoren in Deutschland leitet. Erst letzte Woche hatte die spanische Sparkasse Caja Madrid einen vierjährigen Floater über drei Mrd. Euro und damit ein sehr hohes Volumen dank der großen Nachfrage innerhalb von nur zwei Tagen platziert.

cü FRANKFURT/M. Floater sind Anleihen, deren Verzinsung sich meist am dreimonatigen Euribor orientiert. Der Euribor ist der Zinssatz, den führende Banken in der Euro-Zone für kurzfristiges Geld berechnen. Am Dienstag lag der dreimonatige Euribor bei 2,12 Prozent. Je nach Bonität des Emittenten gibt es einen Aufschlag auf den Euribor. Die Zinsscheine werden meist alle drei Monate an den jeweiligen Euribor angepasst.

„Floater von Banken mit einem Rating im Single-A bieten Aufschläge um die 0,11 Prozentpunkte auf den Euribor“ , sagt Hansjörg Polz, Geschäftsführer der Tass Wertpapiermakler GmbH, die auf Floater spezialisiert ist. Bei Banken-Floatern mit Ratings im Bereich Doppel-A lägen die Aufschläge sogar nur bei 0,04 Prozentpunkten. Anleiheemissionen von internationalen Banken machen laut Polz mit etwa 85 Prozent das überwiegende Volumen des gesamten Floater-Marktes aus.

Da sich die Rendite der Floater automatisch der Entwicklung der Kapitalmarktzinsen anpasst, sind die Kurse dieser Anleihen viel stabiler als die von festverzinslichen Anleihen. Meist liegen die Kurse der Floater um die 100 Prozent, also beim Rückzahlungswert. „Floater sind von Natur aus durch ihre kurze Zinsbindungsdauer eine defensive Anlagealternative gegenüber Festzinsanleihen“, sagt Polz. Deshalb würden sie häufig auch von Geldmarktfonds gekauft. Auch Banken würden zunehmend Floater im Eigenhandel nutzen, um Liquidität zu parken. „Floater sind ein klassisches Überbrückungsgeld“, sagt auch Rohner von BNP Paribas.

Für Privatanleger, die davon ausgehen, dass die trotz des jüngsten Anstiegs noch historisch niedrigen Anleiherenditen mittelfristig steigen, seien Floater ebenfalls gut geeignet, meint Hartmut Preiß, Rentenstratege bei der DZ Bank. Festverzinsliche Langläufer, die immer noch historisch niedrig rentieren, lohnten sich derzeit dagegen nicht.

Höhere Aufschläge auf den Euribor als Floater von Banken bieten variabel verzinste Bonds von Industrieunternehmen, deren Ausfallrisiko jedoch höher ist. Eine Übersicht im Internet über liquide Floater bietet die Stuttgarter Börse unter „www.boerse-stuttgart.de“.

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