Unternehmensanleihe
Bastei Lübbe sammelt bei Privatanlegern

Bastei Lübbe will bei digitalen Medien vorne mitmischen. Um die Pläne schnell umsetzen zu können, will sich der Verlag bis zu 30 Millionen Euro bei Privatanlegern besorgen.
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KölnDie Verlagsgruppe Bastei Lübbe will sich bis zu 30 Millionen Euro über eine Unternehmensanleihe besorgen, um schneller in die digitale Medienwelt zu expandieren. „Wir wollen die Internationalisierung der Verlagsgruppe vorantreiben“, sagte Verleger Stefan Lübbe dem Handelsblatt. Mit dem frischen Geld will die größte konzernunabhängige Buchverlagsgruppe auf Einkaufstour gehen. „Es geht um Übernahmekandidaten. Wir haben sechs Unternehmen im Visier, aber nicht nur im Buchbereich, sondern auch in der digitalen Welt“, sagt der 54-jährige Unternehmer.

Derzeit ist der Verleger zusammen mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Thomas Schierack auf Roadshow durch Deutschland und Luxemburg. Die Resonanz von potenziellen Investoren sei gut, berichtet das Duo aus Köln. „Wir merken das Interesse von den institutionellen Investoren für die Emission und rechnen nach Zeichnungsfristbeginn mit dem Interesse von Retailinvestoren“, sagte Schierack.

Lübbe will mit der Finanzspritze aus der Anleihe schnell handeln und schleunigst im Bereich digitale Medien dazukaufen. „Die ersten Käufe von familiengeführten Medienunternehmen werden wir bis Ende des Jahres abschließen“, sagte der Verleger zu seiner Strategie. Digitale Medien gelten als der große Wachstumsmotor in der Buchbranche. Unter dem Label „Lübbe Digital“ verkauft der Verlag bereits heute Ebooks und Apps.

Die Anleihe gebe dem Verlag für fünf Jahre Planungssicherheit, so Lübbe-Manager Schierack. Das Traditionshaus will künftig in der digitalen Welt stärker mitmischen. „Wir wollen unsere digitalen Inhalte über Apple, Google und Amazon künftig in alle Welt verkaufen“, sagt Schierack. Auf der Frankfurter Buchmesse, die am Mittwochabend eröffnet wird, präsentiert Bastei Lübbe den ersten multimedialen Serienroman, der weltweit erscheinen wird. „Wir verstehen uns als Buchboutique“, sagt Stefan Lübbe.

Am heutigen Montag beginnt die Zeichnungsfrist der Anleihe. Das Familienunternehmen will sich bis zu 30 Millionen Euro vom Kapitalmarkt besorgen. Den Investoren wird ein jährlicher Zinssatz von 6,75 Prozent geboten. Bastei Lübbe will insbesondere Privatinvestoren anlocken. Deshalb startet die Mindestanlagesumme bereits bei 1000 Euro.

Sie können über das Handelssegment „Mittelstandsmarkt“ der Börse Düsseldorf zeichnen. Institutionelle Investoren können über die Close Brothers Seydler Bank die Anleihe zeichnen. Nach Ende der Zeichnungsfrist ist eine Notierung an der Börse Düsseldorf sowie im Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse geplant. Die Ratingsagentur Creditreform gab dem Kölner Verlagshaus zuletzt die Note BBB.

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