Unternehmensanleihen
Firmen zahlen satte Zinsen

Die Subprime-Krise hielt Anleger von Unternehmensanleihen fern. Doch das könnte sich jetzt ändern. Denn die durchschnittlichen Renditen der Papiere mit ordentlicher Bonität locken zum Einstieg.

FRANKFURT. Die Zinspapiere von Unternehmen bieten Anlegern so hohe Renditen wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr. Im Schnitt werfen Firmenbonds deutlich mehr als sechs Prozent ab. Der Grund: Furcht vor Inflation und Leitzinserhöhungen. Beides hat die Kurse von Staatsanleihen gedrückt und im Gegenzug die Renditen in die Höhe schnellen lassen. Da Staats- und Unternehmensanleihen meist ähnlich tendieren, schossen auch die Renditen von Unternehmensanleihen nach oben (s. Grafik auf der zweiten Seite).

Das war in der zweiten Hälfe des vergangenen Jahres noch anders. Die Ängste vor den Auswirkungen der Subprime-Krise um schwache US-Hypothekenschuldner auf Unternehmen und Konjunktur ließen Investoren vor allem sichere Staatsanleihen wie deutsche Bundesanleihen kaufen. Das trieb deren Renditen nach unten. Von Unternehmensanleihen und deren Risiken ließen Investoren dagegen angesichts der Schrecken der Subprime-Krise die Finger. Als Folge fielen die Kurse von Firmenbonds etwas, und deren Renditen zogen an. Entsprechend liefen die Renditeabstände (Spreads) von Staats- und Unternehmenspapieren kräftig auseinander. Noch dramatischer war die Entwicklung bei den unter institutionellen Investoren gehandelten Kreditderivaten wie den i-Traxx-Indizes. Die tatsächlichen Renditen von Unternehmensanleihen wurden aber für Anleger kaum attraktiver.

Das hat sich jetzt geändert. Nach Daten der US-Investmentbank Merrill Lynch bieten auf Euro lautende Anleihen von Banken und anderen Unternehmen inzwischen im Schnitt eine Rendite von 6,4 Prozent. So hoch waren die Durchschnittsrenditen noch nie seit der regelmäßigen Notierung des entsprechenden Merrill-Lynch-Indexes vor gut zehn Jahren.

Die Spreads hingegen sind in den vergangenen zwei Monaten von durchschnittlich 1,9 auf 1,6 Prozentpunkte gesunken. Damit liegen die Risikoaufschläge, die Firmenbonds gegenüber ausfallsicheren Staatsanleihen bieten, aber immer noch mehr als dreimal höher als vor der Zuspitzung der Subprime-Krise vor einem Jahr.

Viele Kreditstrategen fürchten zwar wieder steigende Risikoaufschläge, aber: "Die absoluten Renditen von Unternehmensbonds sind für Investoren interessant", konstatieren etwa die Experten von BNP Paribas. Diese Einschätzung gilt vor allem für Anleger, die Anleihen bis zur Fälligkeit halten. Für sie sind zwischenzeitliche Kursverluste der Papiere nicht so gravierend, weil das eingesetzte Kapital am Ende der Laufzeit zum Nennwert von 100 Prozent zurückgezahlt wird.

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