Unternehmensanleihen
Hier gibt es noch Zinsen

Auch unter den Dax-Konzernen finden sich Schuldner, die am Anleihemarkt zumindest noch etwas Rendite für ihre Bonds bieten müssen. Der Grund: Sie haben eine relativ schwache Bonität. Vier Unternehmen stehen auf dieser Liste.

FrankfurtAnleger, die Anleihen von Unternehmen kaufen wollen, sind oft frustriert. Die Niedrigzinsphase hat sich – ausgehend von der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) – längst durch die kompletten Bondmärkte gefressen. Das heißt: Wer heute – statt in Bundesanleihen zu investieren – sein Geld gut kalkulierbar in Anleihen von soliden deutschen Unternehmen anlegen will, bekommt dafür nur noch Mager-Renditen.

Anleihen mit fünf Jahren Laufzeit – einer laut Bankern beliebten Haltedauer von Privatanlegern – von deutschen Blue-Chip-Unternehmen bieten nur wenig. Aktuell vermarktet zum Beispiel die Deutsche Telekom eine neue fünfjährige Anleihe, die weniger als 0,4 Prozent Rendite abwerfen wird. Auch fünfjährige Bonds von Dax-Firmen wie Siemens, BASF, Linde oder Daimler bieten nur noch Renditen zwischen 0,1 und 0,3 Prozent Rendite. Attraktiv ist das allenfalls im Vergleich zur fünfjährigen deutschen Bundesanleihe, die mit fast minus 0,4 Prozent rentiert – Anleger, die das Papier bis zur Fälligkeit halten, machen also garantiert einen Verlust.

Doch es gibt auch im Anleihen von im Dax notierten Unternehmen, die zumindest etwas mehr abwerfen. So hat der Stahlkonzern Thyssen-Krupp im März eine fünfjährige Anleihe (ISIN DE000A2AAPF1) begeben, die zuletzt mit knapp 2,3 Prozent rentierte. Der Zinsschein, der jährlich gezahlt wird, liegt bei 2,75 Prozent, der Kurs bei gut 102 Prozent. Auch Heidelberg Cement gehört zu den Unternehmen, die Anleger nicht ganz in die Röhre schauen lassen. Die ebenfalls im März platzierte in sieben Jahren fällige Anleihe des Zementkonzerns (ISIN: XS 1387174375 ) hat einen Kupon von 2,25 Prozent und eine Rendite von rund zwei Prozent.

Auch der Gesundheitskonzern Fresenius und seine ebenfalls im Dax notierte Tochter Fresenius Medical Care bieten für ihre Anleihen noch etwas mehr als andere Dax-Firmen. Eine schon länger ausstehende Anleihe von Fresenius Medical Care mit fünf Jahren Restlaufzeit (ISIN XS 0576395478) rentiert mit 1,2 Prozent. Ein ebenfalls fünfjähriges Papier von Fresenius (XS1013956005) wirft noch 0,8 Prozent ab.

Doch warum zahlen diese vier Unternehmen mehr als andere Dax-Konzerne? Der Grund ist die Bonität. Ob ein Unternehmen im Dax notiert, hängt mit der Marktkapitalisierung und dem Börsenumsatz am Aktienmarkt zusammen – nicht mit der Kreditwürdigkeit – also der Fähigkeit, Schulden zurückzuzahlen. Unternehmen, die relativ gering verschuldet sind und hohe Cash-Flows zur Schuldentilgung ausweisen, bekommen von den großen Ratingagenturen Bonitätsnoten im sogenannten Investment-Grade, alle anderen im Non-Investment-Grade. Die Anleihen der bonitätsschwächeren Unternehmen werden deshalb despektierlich auch Junk-Bonds – also Ramschanleihen genannt. Und das müssen eben nicht nur Anleihen von kleinen, unbekannten Firmen sein, sondern auch deutsche Blue Chips sind dabei.

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