Unternehmensanleihen
In Russland wächst die Angst vor Firmenpleiten

Sanktionen, Rubelverfall und Ölpreisrutsch machen Russland zu schaffen. Die Angst der Investoren vor Firmenpleiten wächst. Unternehmen kommen nur noch mit hohen Risikoaufschlägen an Gelder – vor allem in zwei Branchen.
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FrankfurtSanktionen, Rubel-Verfall und Ölpreisrutsch: Der russische Markt für Unternehmensanleihen durchlebt turbulente Zeiten. Weil die Angst vor Firmenpleiten zunimmt, verlangen Investoren immer höhere Risikoaufschläge für russische Fremdwährungsanleihen. Allein seit Ende November ist der so genannte Spread russischer Papiere zu US-Staatsanleihen um mehr als 100 Basispunkte gestiegen. Auf Jahressicht hat er sich laut dem Bond-Index für Schwellenländer von JP Morgan auf rund 800 Basispunkte verdoppelt. Bis zu Schuldenschnitten sei es zwar noch ein weiter Weg, sagt Apostolos Bantis von der Commerzbank. Aber wenn die Belastungsfaktoren bis nächsten Sommer anhielten, werde es Zeit, über mögliche Schuldenumstrukturierungen nachzudenken.

Russische Regierung rechnet mit Konjunktureinbruch

Die russische Wirtschaft ist zuletzt deutlich ins Stocken geraten: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte der Regierung zufolge im kommenden Jahr voraussichtlich um 0,8 Prozent schrumpfen. Neben den Sanktionen des Westens im Zuge des Ukraine-Konflikts bekommt das Land vor allem die Folgen des Ölpreis-Verfalls zu spüren. Der Preis für den wichtigen Rohstoff ist seit Juni um mehr als 40 Prozent auf derzeit 66,62 Dollar je Fass eingebrochen. Das Ministerium rechnet im kommenden Jahr nur noch mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 80 Dollar je Barrel statt wie bislang mit 100 Dollar. Öl und Gas sind die mit Abstand größten Exportschlager des Schwellenlandes.

Die politischen und wirtschaftlichen Risiken seien derzeit ein großer Unsicherheitsfaktor für den Markt, sagt Sergei Strigo von Amundi. Noch ist die Gefahr, dass russische Firmen ihre Schulden nicht bedienen können, nach Einschätzung des Experten allerdings gering. Wahrscheinlicher sei, dass die Unternehmen erst einmal Investitionen und neue Öl-Explorations-Projekte auf Eis legen.

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Krise macht sich in meisten Sektoren bemerkbar

Kommentare zu " Unternehmensanleihen: In Russland wächst die Angst vor Firmenpleiten"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • @ Herr Dr. Michael Gross

    >> Vorrangig wohl die Bodenschätze des Landes.>>

    Der Schurkenstaat hat keine Bodenschätze mehr ! Die Kohlegruben und Hütten in der Ostukraine sind zerbombt,
    die Landwirtschaftlichen Agrarflächen längst durch Pestizide vergiftet.

    Von welchen Bodenschätzen sprechen Sie ?

  • >> In Russland wächst die Angst vor Firmenpleiten
    >>

    Bei wem wächst die Angst und welche Firmen gehen Pleite...?

    Schwachsinniger Artikel voller dämlicher Floskeln.

    In Russland wird eine Marktbereinigung statt finden.

    Und diese Bereinigung wird sowohl Banken ( Spekulanten ) als auch Händlerketten ( auch Spekulanten ) wie auch Regierungsfunktionäre ( Dilettanten, in Russland gibt es auch genug davon ) treffen !

    Sanktioni sei Dank !

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