Unternehmensbonds
Firmenanleihen locken mit hohen Aufschlägen

Unternehmensanleihen sind wieder in Mode: Fondsgesellschaften überbieten sich mit Kommentaren, in denen sie auch Privatanlegern zum Kauf von Fonds für Firmenbonds raten. Dabei argumentieren sie vor allem damit, dass die Papiere attraktive Renditen im Vergleich zu Staatsanleihen bieten. Doch die Gefahren sind immer noch groß.

FRANKFURT. Die neue Beliebtheit der Unternehmensanleihen zeigt sich auch daran, dass Konzerne mit guter Bonität keine Probleme haben, Investoren für neue Zinspapiere zu finden. Europäische Unternehmen abseits der Finanzbranche haben mit neuen Bonds über umgerechnet knapp 160 Mrd. Euro schon jetzt einen Quartalsrekord aufgestellt. Die Emissionen waren größtenteils mehrfach überzeichnet. Zu den deutschen Unternehmen, die zuletzt neue Bonds begaben, gehören Daimler, Eon, Lufthansa und Henkel (siehe "Neue Unternehmensanleihen im Vergleich").

Absolut gesehen sind die Firmenbonds aber nicht mehr so attraktiv wie noch im Oktober. Denn seither sind ihre Kurse schon deutlich gestiegen und im Gegenzug die Renditen gesunken. Das liegt vor allem daran, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins deutlich auf nur noch 1,5 Prozent gesenkt hat. Das drückte auch die Effektivverzinsung der Unternehmensanleihen. Vor fünf Monaten warfen Euro-Anleihen von Unternehmen im Schnitt knapp sieben Prozent Rendite ab, jetzt sind es noch 5,6 Prozent. Immerhin ist das aber noch gut ein Prozentpunkt mehr als Anleger im Schnitt vor zwei Jahren bekamen.

Die immer noch hohen Risikoprämien - also die Renditeabstände zu Staatsanleihen - sind zwar verlockend, zeigen aber auch, dass die Investoren noch vorsichtig sind. Zu groß sind die Ängste vor weiteren Ratingherabstufungen und Unternehmenspleiten angesichts der Rezession.

"Unternehmensanleihen sind einen Blick wert, aber wir sind für die Wirtschaftsentwicklung noch sehr pessimistisch gestimmt", sagt Bob Michele, leitender Anleihestratege bei JP Morgan Asset Management. Er fürchtet, dass viele Unternehmen mit derzeit noch guten Ratings in den Junk-Bereich für schwache Schuldner herabgestuft werden. Von diesen Firmen könnten dann einige innerhalb der nächsten beiden Jahre ausfallen, warnt Michele. Viele Fondsmanager meiden derzeit Bonds von Unternehmen aus zyklischen Branchen. Als wichtig gelten ein hoher Cash-Flow, eine gute Kapitalausstattung und eine möglichst niedrige Verschuldung der Firmen.

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