US-Anleihen
Allen Warnungen zum Trotz

US-Staatsanleihen sind weiterhin beliebt – und das obwohl sich die Warnung vor einem Kursverfall häufen. Bislang haben Anleihe-Investoren auch keinen Grund zur Sorge gehabt. US-Treasuries entwickeln sich prächtig.
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New YorkStaatsanleihen, die in 30 Jahren fällig sind – also diejenigen Papiere, die am ehesten anfällig sind für Verluste, wenn das Wachstum einsetzt und die Inflation sich beschleunigt – haben in diesem Jahr bislang einen Ertrag von über 20 Prozent gebracht. Treasuries mit einer Laufzeit von fünf Jahren brachten es auf 2,9 Prozent. Damit hat sich die Renditeprämie, die Investoren für 30-Jahres-Bonds verlangen, auf 1,44 Prozentpunkte ermäßigt. Sie liegt jetzt in der Nähe des tiefsten Standes seit 2009.

Obwohl die US-Konjunktur Anzeichen zunehmender Dynamik zeigt, stürzen sich Käufer auf Langläufer. Das liegt daran, dass die Inflationserwartungen drastisch zurückgegangen sind, was auf eine Abnahme des langfristigen Wachstums deutet, wenn die Notenbank-Vorsitzende Janet Yellen damit beginnt, die Zinsen über das derzeitige Niveau von etwas über Null zu heben. Der Fünfjahresausblick für die Inflation von 2019 an ist in diesem Jahr um einen halben Prozentpunkt gefallen und erreichte im Oktober ein Dreijahrestief von 2,14 Prozent. Das zeigt die sogenannte Break-even-Rate des 5-Jahres-Forward des 5-jährigen Inflations-Swaps.

„Es gilt weiterhin als Glaubenssatz, dass das lange Ende besser abschneidet“, sagte Wilmer Stith, Fondsmanager beim Wilmington Trust in Baltimore. „Die Trommeln, die eine Rückkehr der Fed zur Normalisierung der Geldpolitik ankündigen, werden lauter.“ Die Inflation liege deutlich unterhalb des Zwei-Prozent-Ziels der Notenbank.

Stith sagte, sein Trust kaufe 30-jährige Treasuries. Ebenfalls zur Strategie gehöre der Ankauf von Bonds mit einer Laufzeit von einem Jahr sowie der Verkauf von solchen mit Laufzeiten zwischen drei und fünf Jahren. Letzteren drohten beim Anstieg der Zinsen die größten Verluste, sagte er.

Treasuries mit längeren Laufzeiten stiegen deutlich im Kurs, nachdem die Beschäftigungsdaten der vergangenen Woche die Überzeugung nährten, dass stagnierendes Lohnwachstum den Preisauftrieb auch in einer Phase in Schach hält, in der in den USA so viele Stellen entstehen wie seit 15 Jahren nicht mehr. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent und damit nur halb so stark wie von Volkswirten erwartet. Es war das fünfte Mal in diesem Jahr, dass die Löhne entweder nur mit 0,1 Prozent oder gar nicht stiegen.

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