US-Banken
Hochzinsanleihen liegen bei US-Banken auf Halde

Der Markt für risikoreichere Anleihen ist im zweiten Halbjahr des Jahres 2007 in eine tiefe Krise geraten: So sitzen die US-Banken auf riesigen Beständen an Hochzinsanleihen. Die Geldhäuser suchen händeringend nach Abnehmern für ihre Milliarden-Pakete. Die Flaute am Markt für riskante Papiere.

NEW YORK. Zwar nahmen sie im vergangenen Jahr Provisionen von 18,8 Mrd. Dollar für die Platzierung von Anleihen im Volumen von 4,2 Bill. Dollar ein. Doch sie müssen noch immer große Mengen an Hochzinsanleihen für die Finanzierung von Leveraged Buyouts (LBO) aus dem vergangenen Jahr an den Markt bringen, für die sie kaum Anleger finden.

Der Markt für risikoreichere Anleihen ist im zweiten Halbjahr 2007 zum Erliegen gekommen, nachdem die Verluste mit Subprime-Hypotheken stiegen und der Zugang zu den Kreditmärkten schwieriger wurde. Anfang dieses Jahres herrschte weiterhin Flaute am Markt für Hochzinsanleihen. "Die Rekordemissionen erreichten im ersten Halbjahr ihren Höhepunkt und kamen Ende Juni zum Erliegen", berichtet John Purcell, Leiter weltweite Syndizierung von festverzinslichen Papieren bei der Citigroup. Die Wall-Street-Banken saßen im Juni noch auf Junkbond-Beständen von etwa 110 Mrd. Dollar aus fremdfinanzierten Übernahmen. Mitte Januar waren davon 65 Mrd. Dollar immer noch nicht platziert, schätzt Purcell. "Der Markt hat zwar ein riesiges Volumen abgebaut. Aber die Bestände auf Halde sind immer noch zu hoch, so dass noch kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist", erläutert er.

Ein Beispiel für die Schwierigkeiten ist TXU. Im Februar 2007 kündigte die Private Equity-Gesellschaft Kohlberg Kravis Roberts an, den texanischen Stromproduzenten für 43,2 Mrd. Dollar zu übernahmen, womit es die größte fremdfinanzierte Akquisition in den USA ist. Die Banken, darunter Goldman Sachs Group und Morgan Stanley, sagten zu, für 11,3 Mrd. Dollar Junkbonds zu platzieren. Als sie schließlich im Oktober und November mit den Papieren an den Markt kamen, mussten sie sie mit einem Abschlag von bis zu 6,75 Cent je Dollar Nominalwert abgeben, um Investoren zu locken.

Noch schwieriger war die Lage bei der 27,2 Mrd. Dollar schweren Übernahme des Kasinobetreibers Harrah's Entertainment durch die Buyoutgesellschaften Apollo Management LP und TPG. Banken unter der Führung von Citigroup begaben im Januar Anleihen im Volumen von 6,34 Mrd. Dollar. Die Institute überredeten die Investoren, die die Übernahme finanzierten, ein Drittel der Anleihen abzunehmen, verlautete aus Kreisen. Und die anderen zwei Drittel? Darauf sitzen die Banken noch.

Die Abschwächung bei LBO-Anleihen traf die Banken besonders hart, denn im Bereich festverzinsliche Papiere sind die Hochzinspapiere am lukrativsten. Die Emittenten von Junkbonds zahlten 2007 im Schnitt eine Provision von 1,447 Prozent vom Nominalwert der Emission. Das ist laut Bloomberg-Daten mehr als doppelt so hoch wie die 0,618 Prozent, die Banken bei Anleihemissionen der Kategorie Investmentgrade kassierten. Den Spitzenplatz bei den Provisionserlösen für Anleihen belegte im vergangenen Jahr die Citigroup mit 1,69 Mrd. Dollar, gefolgt von JP Morgan Chase mit 1,18 Mrd. Dollar und Merrill Lynch mit 1,16 Mrd. Dollar. Im vergangenen Jahr spielte bei der Rangliste eine große Rolle, inwieweit die Banken Private-Equity-Gesellschaften als Kunden gewinnen konnten. Das wird 2008 weniger entscheidend sein. Nun kommt es darauf an, bei den Kapitalerhöhungen der Finanzinstitute dabei zu sein, die mit Abschreibungen durch die Subprime-Krise zu kämpfen haben. Bloomberg

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