US-Schuldenkrise
Amerika droht der Niedergang

Was passiert, wenn den USA das Geld ausgeht? Dann droht dem Land der wirtschaftliche und soziale Niedergang. Das prophezeit einer der mächtigsten Investoren der Welt. Ein Gastkommentar der Chefin des milliardenschweren US-Pensionsfonds Calpers.
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Die großen Pensionsfonds der Bundesstaaten und Kommunen repräsentieren fast acht Millionen aktive und im Ruhestand lebende Mitglieder. Die verwalteten Vermögenswerte liegen zusammen über einer Billion Dollar. Wir vertreten Feuerwehrleute, Lehrer, Krankenschwestern, Polizisten, Verwaltungsangestellte und viele andere Berufsgruppen, die mit unseren Pensionsfonds für ihr Alter sparen.

Die hart arbeitenden Menschen, deren Ersparnisse wir anlegen, sind die Sparer der Nation. Sie wünschen sich eine starke wirtschaftliche Zukunft für die Vereinigten Staaten, weil ihr eigener künftiger wirtschaftlicher Wohlstand davon abhängig ist. Aber gegenwärtig bestehen große Zweifel daran, dass es in Amerika wirtschaftlich vorangehen wird. Auch die führende finanzielle Rolle, die unsere Nation in der Welt spielt, ist infrage gestellt.

Der Wohlstand unseres Landes ist bedroht, die wirtschaftlichen Probleme, die möglicherweise auf uns zukommen, würden für alle Bürger über Jahre hinweg schmerzliche Verschlechterungen und Härten bedeuten - wenn wir nicht handeln, und zwar sofort. Amerika ist ein Schuldnerstaat geworden. Es muss der Welt zeigen, dass auf sein Wort Verlass ist. Dafür ist es von kritischer Bedeutung, dass die Schuldenobergrenze angehoben wird, damit die Zahlungsunfähigkeit des Staates abgewendet wird. Aber wenn dieses Limit erhöht wird, wenden wir lediglich das unmittelbar drohende Desaster des "Default", der Zahlungsunfähigkeit, ab. Das wirkliche Problem ist das hohe Budgetdefizit, und zwar sowohl das aktuelle als auch das längerfristige.

Als Hüter von Amerikas Ersparnissen fordern wir den Kongress dringend auf, das Haushaltsdefizit zu verringern. Ohne einen glaubwürdigen Maßnahmenplan des Kongresses für den Abbau der Neuverschuldung wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten von einer oder mehreren Ratingagenturen schlechter bewertet werden.

Die Vorstellung, die Vereinigten Staaten könnten einmal ihr AAA-Rating verlieren, also den Status als bester Schuldner, galt lange als völlig abwegig. Mittlerweile ist es sehr wahrscheinlich geworden, falls unsere politischen Führer nicht entschlossen handeln. Sollte es tatsächlich zur Herabstufung kommen, wären sechs Länder, darunter Frankreich und Deutschland, mit einem besseren Rating ausgestattet als die Vereinigten Staaten. Das würde auf die geringere Fähigkeit der USA hinweisen, ihre Schulden zurückzuzahlen. Niemand sollte sich Illusionen hingeben: Die Folgen einer solchen schlechteren Bewertung wären spürbar und sehr ernst.

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Kommentare zu " US-Schuldenkrise: Amerika droht der Niedergang"

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  • Die Arroganz vor allem der Republikanern im Schuldenstreit mit den Demokraten, grenzt schon beinahe an Krankheit des Gehirns. Da bereitet die republikanisch dominierte Regierung des so geliebten G.W. Bush ein beispielloses Schuldenkarussel, mit massiven Steuergeschenken an die Reichen der Nation und Streichungen von Sozialprogrammen, und heute Sperrt sich dieselbe Bande gegen die eigen verursachten Schuldendienste. Amerika am Abgrund, wird die ganze Welt erschüttern. Anzunehmen ist ab, dass die Amis ihre Stimmen erneut den Republikanern geben werden und diese wieder Stimmen auszählen bis es ihnen passt.

  • Für mich war Amerika immer das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Land, aus dem all die wunderbaren Sachen kamen, die das Leben wirklich schöner machten. Als Kind waren es die Kinderfilme, wie die kleinen Strolche, Flipper und Bonanza. Es war das Land der Erfindungen und der new economy.

    Aber es bleibt das Land der unbegrenzeten Möglichkeiten, aber jetzt vollkommen anders herum. Eigentlich ist das fast nur noch peinsam, was dort in Wahington zelebriert wird.

    YES I CAN ?????

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