US-Zinswende
Pimco stellt sich gegen den Strom

Der Finanzmarkt erwartet vor Ende 2018 keine Zinserhöhung durch die US-Notenbank. Doch Pimco, der weltweitgrößte Anleiheninvestor, ist anderer Meinung und empfiehlt spezielle Bonds, die sich bereits 2016 bewährt haben.

Nach Ansicht von Pacific Investment Management (Pimco) unterschätzen Händler das Potenzial der Federal Reserve, auch nach dem Brexit-Votum der Briten die Zinsen erhöhen zu können. Der Vermögensverwalter, der die weltweit größten aktiv investierten Anleihefonds betreut, hält es auch für eine gute Zeit, inflationsgeschützte US-Staatsanleihen zu kaufen. Pimco empfiehlt die sogenannten Tips bereits das ganze Jahr. Sie brachten Investoren 2016 bislang 6,6 Prozent Ertrag ein, im Vergleich zu 5,7 Prozent am breiteren Markt. Das zeigen Indexdaten von Bank of America Corp.

Der Finanzmarkt erwartet vor Ende 2018 keine Zinserhöhung der Fed, wie aus einem Bericht des Allianz-Tochterunternehmens Pimco auf dessen Website hervorgeht. „Das erscheint uns nicht plausibel, und wir halten eine Positionierung für ein schnelleres Tempo der Straffung für angebracht“, schrieb Andrew Balls, Chief Investment Officer für Festverzinsliche global, in dem Bericht. „US-Tips sind attraktiv gepreist und bieten einen wertvollen Schutz gegen die Möglichkeit, dass die Inflation in den USA in den kommenden Jahren steigt.“

Indessen bekommen Investoren unterschiedliche Signale zum Inflationsausblick. Am Terminmarkt haben sich die Öl-Futures im zweiten Quartal um 26 Prozent verteuert - der stärkste Anstieg seit sieben Jahren.

Auf der anderen Seite sank ein Messwert für US-Inflationserwartungen in dieser Woche auf ein Rekordtief. Die fünfjährige Fünfjahres-Forward Breakeven-Rate, die von der Fed als Indikator verwendet wird, fiel auf 1,31 Prozent - der niedrigste Wert laut Daten von Bloomberg, die bis 1999 zurückreichen. Der Wert ist die Projektion für den Anstieg der Verbraucherpreisrate von 2021 bis 2026.

„Die Weltwirtschaft ist nicht stark“, sagte Hajime Nagata, Bondinvestor bei Diam Co. in Tokio. Er geht von einer sehr niedrigen Inflationsrate in den USA aus und denkt nicht, dass die Fed jetzt handeln wird. Nagata setzt auf weitere Gewinne bei US-Staatsanleihen, wobei er Bonds mit einer längeren Duration hält als in der Benchmark, an der er die Entwicklung seiner Investments misst.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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