Vattenfall, Südzucker und Dong erweitern als neue Emittenten den Markt – Risiken höher als bei herkömmlichen Bonds
Nachrangige Anleihen bieten Renditeplus

Immer mehr Unternehmen entdecken den Markt für nachrangige Anleihen. Das kommt Anlegern zugute, denn die Bonds bieten im Schnitt etwa anderthalb Prozentpunkte mehr Rendite als herkömmliche Anleihen.

FRANKFURT/M. „Nachrangige Unternehmensbonds sind im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine gute Möglichkeit, um den Ertrag zu steigern“, sagt Ian Robinson, der beim britischen Fondshaus F&C Asset Management das Kreditresearch leitet.

Bislang gab es nachrangige Anleihen, die Unternehmen zum Teil auf ihr Eigenkapital anrechnen können, fast ausschließlich von Banken. Im vergangenen Monat begaben mit dem dänischen Versorger Dansk Olie & Naturgas (Dong), dem schwedischen Versorger Vattenfall und dem deutschen Zuckerkonzern Südzucker aber gleich drei Unternehmen abseits der Finanzbranche nachrangige Bonds über insgesamt 2,6 Mrd. Euro. Die Emissionen waren deutlich überzeichnet. Anfang des Jahres hatte die französische Supermarktkette Casino eine nachrangige Anleihe begeben. Schon etwas länger auf dem Markt sind entsprechende Bonds vom deutschen Industriegasehersteller Linde und vom französischen Reifenhersteller Michelin (s. Tabelle).

Die auch Hybrid-Anleihen genannten Zinspapiere sind so strukturiert, dass die Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch sie zum Teil auf das Eigenkapital der Unternehmen anrechnen. Dabei gibt es drei Hauptmerkmale. Erstens werden die Anleihen bei einem Konkurs der Emittenten erst nach allen anderen Gläubigern bedient. Zweitens haben die Bonds in der Regel eine unendliche Laufzeit. Und drittens können die Unternehmen die Zinszahlungen aufschieben, wenn sie zum Beispiel bestimmte Finanzkennzahlen nicht erreichen und in den zwölf Monaten vor dem Zinszahlungstermin keine Aktien zurückgekauft und keine Dividenden gezahlt haben.

Seit einigen Monaten bewerten die Ratingagenturen den Eigenkapitalcharakter dieser Bonds für Industrieunternehmen höher als früher. Deshalb werden laut Analysten noch weitere Unternehmen Hybrid-Anleihen begeben. „In Frage kommen dabei vor allem Firmen mit Staatsbeteiligung und Familienunternehmen, bei denen eine Kapitalerhöhung über Aktien schwierig ist“, sagen die Strategen von BNP Paribas.

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