Versorger begibt Bond über fünf Milliarden Euro
Groß-Anleihe von Enel ist bei Anlegern gefragt

Erstmals seit anderthalb Jahren hat gestern ein europäisches Unternehmen eine Mega-Anleihe vermarktet. Der italienische Versorger Enel sammelte Kaufaufträge für einen Bond, der voraussichtlich fünf Mrd. Euro schwer wird. Eine Anleihe in diesem Volumen gab es zuletzt im Januar 2006 von der spanischen Telefónica.

cü FRANKFURT. Die neue Anleihe von Enel teilt sich in fünf Tranchen mit verschiedenen Laufzeiten auf, die auf Euro und Pfund Sterling lauten. Mit der Anleihe will Enel einen Teil der Übernahme des spanischen Konkurrenten Endesa refinanzieren. Die Italiener kaufen Endesa gemeinsam mit dem spanischen Baukonzern Acciona für insgesamt knapp 44 Mrd. Euro. Dafür hatte sich Enel Mitte April syndizierte Kredite besorgt und die Emission von Anleihen über drei bis fünf Mrd. Euro angekündigt.

Die neue Anleihe kam bei Investoren gut an. Die insgesamt 13 Konsortialbanken – angeführt von Goldman Sachs und Morgan Stanley als globale Koordinatoren – nahmen ab gestern Morgen Kaufaufträge entgegen und hatten am späten Nachmittag bereits Zeichnungswünsche über 6,5 Mrd. Euro in ihren Büchern. „Die Emission war gut vorbereitet, und die Konditionen sind fair“, sagte Nick Hayyes, Fondsmanager bei New Star Asset Management, der Nachrichtenagentur Reuters.

Angesichts der sich schnell füllenden Auftragsbücher hatten die Konsortialführer die Spannen für die Risikoaufschläge der Tranchen leicht gesenkt. Die endgültigen Konditionen werden heute festgelegt; die zehn- und die 20-jährige Euro-Tranche werden Renditen um die 5,2 und 5,5 Prozent bieten, die variabel verzinste Euro-Tranche, wird mit einem Aufschlag zwischen 0,24 und 0,26 Prozentpunkten über dem dreimonatigen Interbankenzinssatz Euribor rentieren.

Angesichts der steigenden Renditen von Staatsanleihen sind die Renditen von Versorger-Anleihen seit September 2005 gestiegen und die Kurse gefallen. Die Risikoaufschläge gehen aber seit über einem Jahr wieder etwas zurück, was vor allem für professionelle Investoren wichtig ist. Sie messen sich oft daran, wie ihre Bonds im Vergleich zu Staatsanleihen abschneiden. Zudem profitieren Versorgeranleihen davon, dass sie gute Ratings haben.

Die Ratingagenturen Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch haben die Bonitätsnoten von Enel wegen der Endesa-Übernahme etwas gesenkt. S&P und Fitch bewerten die Kreditwürdigkeit von Enel mit der sechstbesten Bonitätsnote „A“, Moody’s mit dem eine Stufe besseren „A1“. Mit einer Stückelung von 50 000 Euro richtet sich die neue Anleihe nur an institutionelle Investoren.

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