Volatile Märkte
Wandelanleihen federn Risiken ab

In Zeiten steigender Zinsen und unruhiger Aktienmärkte setzen Profis auf eine Spezialität: Wandelanleihen federn Risiken ab und sind in Fonds zu haben.

Der Dax ist derzeit kaum zu bändigen. Anfang Mai brach er ein, seither springt er wie ein Flummi auf und ab, mal oberhalb und dann wieder unterhalb von 5 600 Punkten. Verlierer- und Gewinneraktien wechseln in der Börsenachterbahn beinahe täglich. So lässt sich nur wenig Geld verdienen. Kaum besser geht es derzeit Anlegern mit Zinspapieren. Auch wenn die US-Zentralbank in der vergangenen Woche die Leitzinsen überraschend nicht mehr anhob, bröckeln die Kurse der Anleihen derzeit wegen des allgemeinen Zinsanstiegs.

Aus zwei Fußkranken, also Aktie und Anleihe, ließe sich der Logik nach eigentlich kein gesundes Investment machen. Und doch gelingt genau das: Wandelanleihen, eine Mischung aus Dividenden- und Zinspapier, dämpfen Verluste und bringen gegen den Markttrend Erträge. Während der Dax seit Anfang Mai etwa acht Prozent verlor, büßte der europäische Wandelanleihenindex von Goldman Sachs/Bloomberg nur 0,8 Prozent ein. Trotz der Kurskapriolen am Aktien- und Rentenmarkt legten Europas Wandelanleihen seit August 1999 um durchschnittlich 4,5 Prozent pro Jahr zu. Die besten Fondsmanager schafften noch deutlich mehr.

Der Erfolg in der Krise ist kein Hexenwerk, er liegt an der besonderen Konstruktion der Wandelanleihe. Sie besteht aus einer Anleihe eines Unternehmens, kombiniert mit einer Option, das Zinspapier während der Laufzeit in eine vorgegebene Anzahl von Aktien desselben oder eines anderen Unternehmens zu tauschen. Der Tausch ist kein Zwang, Anleger können das Papier auch vor dem Laufzeitende verkaufen oder bis zur Tilgung halten.

Welche Variante dem Anleger den größten Gewinn verschafft, hängt vor allem von der Kursentwicklung der zugehörigen Aktien ab. Ein Beispiel: Ein Anleger kauft die bis Dezember 2008 laufende Wandelanleihe von Südzucker. Für das Papier muss er derzeit 114,75 Prozent des Nennwerts von 1 000 Euro zahlen, also 1 147,50 Euro. Seinen Einsatz versüßt Südzucker mit drei Prozent Zinsen pro Jahr, gemessen am Nennwert somit 30 Euro. Darauf kann der Anleger aber auch verzichten und stattdessen die Anleihe in exakt 49,4364 Aktien des Zuckerproduzenten zum Stückpreis von 20,23 Euro (1 000 Euro : 49,4364 Aktien = 20,23 Euro pro Aktie) umtauschen. Diese Bedingungen hat das Unternehmen vorab festgelegt.

Zu wandeln lohnt erst, wenn die Südzucker-Aktien an der Börse mehr wert sind, als der Anleger für die Wandelanleihe bezahlt hat. Das ist derzeit nicht der Fall. Ein Verkauf der Aktien brächte zum aktuellen Kurs (19,07 Euro) nur 942,75 Euro ein.

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