Volksbegehren in der Schweiz
Eidgenossen-Rating auf dem Prüfstand

Die Bestnote für die Schweiz als eines der stabilsten Länder steht auf dem Spiel. So befürchten die Analysten der Ratingagentur Fitch negative Konsequenzen, wenn das Land den Zuzug von Arbeitnehmern einschränkt.
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DüsseldorfDas Top-Rating der Schweiz wackelt. Die Entscheidung der Schweizer Bevölkerung, die Zuwanderung in die Schweiz durch Kontingente zu begrenzen, beschäftigt nicht nur die EU. Auch die Ratingagenturen achten mit Argusaugen darauf, wie die Schweiz das Votum der Bürger umsetzen wird.

Mit der Entscheidung vom vergangenen Sonntag wird die wirtschaftliche Entwicklung und das Top-Rating AAA der Schweiz unsicherer, wie die Ratingagentur Fitch in einer Erklärung mitteilt. Die Unsicherheit über den zukünftigen wirtschaftspolitischen Kurs der Schweiz ist groß.

Entscheidend wird es nach Auffassung der Analysten sein, wie die Schweizer Bundesregierung das Votum der Bürger umsetzt. Und eine ebenso wichtige Rolle kommt der Europäischen Union zu. Sie sieht im beschränkten Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt ein Verstoß gegen den Freizügigkeitsgrundsatz.

Sollte die EU als Reaktion auf das Volksbegehren den Zugang  von Schweizer Banken und Unternehmen in die EU begrenzen, wären die wirtschaftlichen Konsequenzen für die Schweiz verheerend.

Schweizer Unternehmen führen 55 Prozent ihrer Exporte in die EU aus. Mit der anhaltenden Unsicherheit über die zukünftigen Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU könnten Unternehmen ihre Investitionen vorerst auf Eis legen.

Gerade auch für die pharmazeutische Industrie in der Schweiz, die händeringend nach Fachkräften in den Nachbarländern Ausschau hält, wäre der beschränkte Zuzug von Facharbeitskräften ein äußerst negatives Signal, wie Fitch mitteilt.

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