Volumen des Unicredito-Bonds höher als erwartet
US-Wirtschaftsdaten beflügeln Anleihen

Zur Wochenmitte haben Verluste an den Aktienmärkten die Anleihekurse gestützt. In diesem Zuge stieg das Interesse der Investoren am „sicheren Hafen“ Bonds.

FRANKFURT/M. Zusätzliche Dynamik gewann die leichte Aufwärtstendenz der Anleihen im Tagesverlauf nach Veröffentlichung von US-Wirtschaftsdaten, die eine unerwartet schwache Konjunktur andeuteten. Dadurch gelang es den Anleihemärkten, die Belastungen durch die anhaltenden und verstärkten Erwartungen weiterer Leitzinserhöhungen in den USA abzuschütteln.

Am Abend rentierten die zehnjährigen US-Treasuries etwas niedriger mit 4,35 Prozent. Die Effektivverzinsung der gleich laufenden Bundesanleihe wurde mit 3,19 Prozent errechnet. Der Bund-Future, wichtige Messlatte für die Stimmung am Euro-Bondmarkt, lag zum Handelsschluss an der Terminbörse Eurex 0,06 Prozentpunkte im Plus bei 122,27 Prozent.

Von den tagesaktuellen Wirtschaftsdaten stand vor allem der US-Einkaufsmanagerindex für die Dienstleistungsbranche im Blickpunkt. Marktbeobachter hatten im Zuge der Hurrikanschäden für September einen Rückgang auf 61 Punkte, nach 65 Punkten im August erwartet. Tatsächlich rutschte der Index im vergangenen Monat jedoch weit deutlicher auf 53,3 Punkte ab. Weiteren Aufschluss über die Wirtschaftslage erhoffen sich die Beobachter von den am Freitag anstehenden Zahlen für den US-Arbeitsmarkt.

Wenig Druck auf die Anleihekurse gingen von weiteren Äußerungen von Governeuren der regionalen US-Notenbanken aus, die sich zur künftigen Zinspolitik äußerten. Diese Kommentare hatten durchweg den gleichen Tenor. Zuletzt äußerte Anthony Santomero von der Philadelphia Fed, die Notenbank werde zur Bekämpfung der Inflationsgefahren an ihrer Politik der weiteren und stetigen Leitzinserhöhungen festhalten müssen.

„Kommentare wie diese dürften die Aktien deutlich stärker belastet haben als die Anleihen“, sagte Andre de Silva, Co-Leiter der Bondstrategie bei HSBC, der Nachrichtenagentur Reuters. Ähnlich kommentierte John Wraith, Leiter der Zinsstrategie bei der Royal Bank of Scotland in London, die Lage. „Der Fokus der Fed liegt klar auf der Inflationsbekämpfung, aber dazu ist möglicherweise mehr nötig als die zwei bisherigen Zinserhöhungen in diesem Jahr“, äußerte er gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Marktbeobachter rechnen mit zwei weiteren Erhöhungen der jetzt bei 3,75 Prozent liegenden Fed Funds (Tagesgeld) um jeweils 0,25 Prozentpunkte bis zum Jahresende.

Das Geschäft am Primärmarkt verlief erneut rege. Für Gesprächsstoff sorgte die erwartete Emission der Unicredito, die durch den Kapitalbedarf im Zuge der HVB-Übernahme getrieben ist. Am Markt war die Rede davon, die Nachfrage habe das ursprüngliche Angebot um das Vierfache überstiegen. Daher seien die entsprechenden Tranchen aufgestockt worden. Jetzt war die Rede von einer 300 Mill. Pfund großen Sterling-Tranche sowie von einer 750 Mill. schweren Euro-Tranche. Der Bond wird nach zehn Jahren kündbar sein.

Die Landesbanki Island emittierte einen fünfjährigen Bond im Volumen von einer Mrd. Euro. Der Floater kam mit einem Reoffer-Preis von 99,905 Prozent und wird mit Dreimonats-Euribor plus 0,22 Prozentpunkte verzinst. CIF Euromortgage kam mit einem zehnjährigen Papier über 1,5 Mrd. Euro. Die Emission kam zu 99,605 Prozent und wird mit 3,25 Prozent verzinst.

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