Wachsende Unsicherheit: Anleger flüchten sich in Staatsanleihen

Wachsende Unsicherheit
Anleger flüchten sich in Staatsanleihen

Das Risiko ist zurück an den Märkten und treibt Anleger in Staatsanleihen. Gekauft werden allerdings nur Papiere, die Sicherheit versprechen - allen voran deutsche Bundesanleihen.
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FrankfurtDie Unsicherheit über die weitere Entwicklung in Nordafrika und im Nahen Osten hat die Anleger am Dienstag wieder in die als sicher geltenden Staatsanleihen getrieben. Der Bund-Future stieg im frühen Geschäft um 43 Ticks auf 124,18 Punkte. Die Rendite der zehnjährige Bundesanleihe fiel auf 3,15 Prozent von 3,18 Prozent am Vorabend.

Allerdings waren die Anleger wählerisch: so ließen sie die spanischen Staatsanleihen links liegen. Die Titel verloren 20 Ticks auf 91,74 Punke, was die Renditen auf 5,27 Prozent von 5,24 Prozent am Vorabend in die Höhe trieb.

Trotz der wachsenden Unsicherheit konnte sich das Land am Primärmarkt aber frisches Geld beschaffen. Dabei kam das Land sogar etwas günstiger weg als bei der vorangegangenen Emission, wie die spanische Schuldenagentur am Dienstag mitteilte. Die Durchschnittsrendite bei einem Geldmarktpapier mit Laufzeit von sechs Monaten sank auf 1,588 Prozent, bei der vorangegangenen Auktion waren es noch 1,801 Prozent. Für drei Monate muss Spanien dagegen mit 1,101 Prozent etwas mehr zahlen als zuvor. Die Emissionen waren deutlich überzeichnet.

Am Markt für Kreditausfallversicherungen zeigte die Emission zunächst keine Wirkung. Die Versicherung fünfjähriger spanischer Anleihen verteuerte sich nach Angaben des Daten-Dienstleisters Markit um sieben Punkte auf 261 Basispunkte, portugiesische
Ausfallversicherungen verteuerten sich um neun auf 480 Basispunkte, italienische Versicherungen stiegen um sechs auf 185 Basispunkte.

Spaniens Ministerpräsident Jose Luis Zapatero betonte im Reuters-Insider-Interview, sein Land gewinne das Vertrauen der Finanzmärkte zurück. Er sei aber noch achtsam, da viele Reformen noch umgesetzt werden müssten.

Auf die Investoren in den USA kommt in dieser Woche noch eine Anleihe-Lawine zu: Insgesamt will die US-Regierung über zwei-, fünf- und siebenjährige Papiere 99 Milliarden Dollar an Schulden aufnehmen. Zuletzt hatten sich ausländische Interessenten beim Verkauf dreijähriger Anleihen zurückgehalten. Doch da derzeit an den Märkten wieder Sicherheit Trumpf sei, könnten sich die Anleger auf die Papiere stürzen, hieß es in Singapur.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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