Wandelanleihen
Die Zeit für Wandel ist noch nicht vorbei

Mit Wandelanleihen können Anleger gute Geschäfte machen. Die Kurse der Zwitterpapiere sind in den vergangenen Monaten zwar bereits deutlich gestiegen, Fachleute sehen aber auch nach der Rally noch Chancen. In den Papieren stecke viel Potenzial. Warum die Convertables vom derzeitigen Börsenklima profitieren.

FRANKFURT. Mit Wandelanleihen sind Investoren in diesem Jahr gut gefahren. Nach Berechnungen der US-Bank Goldman Sachs brachten die Zwitterpapiere zwischen Aktien und Anleihen den Investoren seit Januar Erträge von im Schnitt 29 Prozent. Damit entwickelten sich Wandler besser als die großen Aktienindizes. Auch im Vergleich zu Unternehmensanleihen haben die in der Fachsprache auch Convertibles genannten Zinspapiere sehr gut abgeschnitten. Lediglich mit Junk-Bonds, also Anleihen von Firmen mit schwacher Bonität, ließen sich noch größere Erträge als mit Wandelanleihen erzielen.

Wandelanleihen werden wie herkömmliche Anleihen verzinst und am Ende der Laufzeit zu 100 Prozent zurückgezahlt - natürlich nur dann, wenn der Emittent solvent bleibt. Ausfälle bei Wandelanleihen gab es bislang nur wenige, obwohl die Papiere oft keine Bonitätsnote haben. Anleger können die Convertibles zu einem festen Verhältnis in Aktien tauschen. Das lohnt sich, wenn der Kurs der zugrunde liegenden Aktie so stark gestiegen ist, dass Anleger das Papier über die Wandlung günstiger bekommen als über den Kauf an der Börse. Die meisten institutionellen Investoren setzen indes nicht auf die Wandlung, sondern auf Kursanstiege.

Trotz der beeindruckenden Erholung der Kurse nach dem Horror-Verlustjahr 2008 ist Experten zufolge das Potenzial für Wandelanleihen noch nicht ausgereizt. "Sie haben eine Renaissance erlebt, und die wird weitergehen", sagte Michael Prinz zu Salm-Salm auf einer Convertibles-Konferenz in dieser Woche. Salm ist Geschäftsführer des auf Wandelanleihen spezialisierten Vermögensverwalters Salm-Salm & Partner.

Im Schnitt läge die Verzinsung von Wandelanleihen nur 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte unter der herkömmlicher Anleihen, meint Salm. Vor der Finanzkrise im Jahr 2008 hätten die Zinsscheine der Wandler im Schnitt zwei Prozent unter denen normaler Bonds gelegen. Wandler seien jetzt unter anderem deshalb attraktiv, weil Anleger mit ihnen bei nur geringen Zinseinbußen von steigenden Aktienkursen profitieren könnten.

Thorsten Querg, Vorstand und Chef-Anlagestratege beim Vermögensverwalter Focam, ist zwar für die Aktienmärkte pessimistisch gestimmt. Innerhalb des möglicherweise noch Jahre dauernden Bärenmarktes werde es aber immer wieder starke Aktienkurssteigerungen geben, von denen die Wandelanleihen profitieren sollten, glaubt er. Gleichzeitig sei das Risiko von Kursverlusten bei Convertibles deutlich geringer als bei Aktien.

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