Washington Mutual
Viele US-Pfandbriefe geplant

Der erste Pfandbrief eines US-Instituts nimmt Formen an. Washington Mutual – größter Sparkassenverbund in den USA und nach Bilanzsumme sechstgrößte Bank in den USA – stellt sich ab dieser Woche den Investoren in Europa vor.

cü FRANKFURT. Die Covered Bond genannte Emission, die deutschen Pfandbriefen ähnelt, solle in der übernächsten Woche platziert werden, sagte Peter Freilinger, Senior Vice President von Washington Mutual gestern vor Investoren und Analysten.

Geplant ist ein mit privaten US-Hypotheken gedeckter Bond in zwei so genannten Benchmark-Tranchen, die jeweils mindestens eine Mrd. Euro schwer werden sollen. Als Laufzeiten strebt Washington Mutual fünf und 15 Jahre an, die Entscheidung hängt aber von den Wünschen der Investoren ab. Das US-Institut will ein regelmäßiger Emittent von Covered Bonds werden. „Ab 2007 wollen wir drei- bis sechsmal jährlich eine Benchmark-Emission begeben“, erklärte Freilinger. Dabei seien außer in Euro auch Emissionen in Dollar geplant.

Washington Mutual hat ein Rahmenprogramm aufgelegt, unter dem insgesamt Covered Bonds über 20 Mrd. Euro platziert werden können. Die Ratingagenturen Standard & Poor’s und Fitch bewerten die Papiere von Washington Mutual nach dem Programm vorläufig mit der Höchstnote „AAA“, auch von Moody’s wird ein Tripple-A erwartet. Das Programm wurde unter Federführung von Barclays Capital aufgelegt. Die Briten teilen sich das Mandat für die Debüt-Emission mit ABN Amro und Deutscher Bank.

Anders als in Deutschland – dem Mutterland des Pfandbriefs – und vielen anderen europäischen Ländern gibt es in den USA ein Gesetz, das die Emission der Papiere regelt. Washington Mutual strukturiert die Covered Bonds aber so, dass sie auch bei einem Konkurs des Instituts nicht ausfallen.

Das US-Institut wird zunächst so genannte Mortgage Bonds begeben. Diese lauten auf Dollar und sind variabel verzinst. Mortgage Bonds sind mit Hypotheken gesicherte Anleihen. In den 80er-Jahren waren sie sehr beliebt, spielen heute aber als Refinanzierungsinstrument kaum noch eine Rolle. Anders als bei Mortgage Backed Securities, verbleiben bei Mortgage Bonds die Kredite auf der Bilanz des Emittenten. Die Mortgage Bonds verkauft Washington Mutual dann an das Emissionsvehikel „WM Covered Bond Programm“. Dieses tauscht die variabel verzinsten Dollar-Bonds mit Banken über Swap-Geschäfte in festverzinste Euro-Anleihen und begibt dann die Covered Bonds, für den die Mortgage Bonds als Sicherheit dienen.

Sollten einzelne Kredite ausfallen oder vorzeitig getilgt werden, was in den USA ohne Strafzahlung möglich ist, werden die entsprechenden Hypotheken für den Covered Bond ausgetauscht.

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