Wegen Moody's
Renditen für Spanien-Anleihen steigen

Spanien platziert erfolgreich Geldmarktpapiere. Doch die Rendite für zehnjährige Anleihen klettern. Schuld daran hat die Ratingagentur Moody's, die in der Nacht gleich fünf spanische Regionen herabgestuft hat.
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MadridDie Herabstufung von fünf spanischen Regionen durch die US-Ratingagentur Moody's hat am Dienstag die Renditen der spanischen Anleihen hoch getrieben. Die zehnjährigen rentierten bei 5,57 nach 5,52 Prozent am Vorabend. Auch die Zinsen für kürzer laufende Staatsbonds zogen an den Rentenmärkten an. Moody's hatte die Kreditwürdigkeit der Regionen wegen ihrer begrenzten Liquidität und bevorstehender Bond-Rückzahlungen ein bis zwei Stufen heruntergestuft. Betroffen waren unter anderem Katalonien und Andalusien.
Erst vorige Woche hatte die US-Ratingagentur auf eine Herabstufung der Bonität Spaniens in den Ramschbereich vorläufig verzichtet. Dies hatte an den Märkten Anleihe-Käufe ausgelöst, da viele Anleger auf einen raschen Hilfsantrag Spaniens an den europäischen Rettungsfonds ESM rechneten. Sobald die Regierung in Madrid unter den ESM schlüpft, kann die EZB ihr angekündigtes Anleihe-Kaufprogramm an den Sekundärmärkten starten.

Allein diese Aussicht hat spanische Bonds für viele Investoren wieder attraktiver gemacht. Daher rechneten Händler am Dienstag auch nicht mit einem schärferen und längeren Renditeanstieg. "Wir rechnen nur mit wieder leicht anziehenden Renditen bis Spanien unter den ESM schlüpft", sagte ein Börsianer. Die Regierung in Madrid verkaufte am Dienstag problemlos Anleihen über drei- und sechs Monate.

Dabei nahm das klamme Land 3,5 Milliarden Euro ein und lag damit am oberen Ende der angestrebten Zielspanne. Die Emission der Dreimonatspapiere war 4,3-fach überzeichnet, zuletzt hatte das Angebot die Nachfrage nur um das 3,3-Fache überstiegen. Die Auktion der halbjährigen Schuldtitel war zweifach überzeichnet (zuletzt: 1,8-fach).

Für das dreimonatige Papier musste Spanien allerdings eine höhere Rendite als zuletzt bieten: Der Zins lag bei 1,41 Prozent, jüngst waren nur 1,20 Prozent fällig geworden. Für die sechsmonatigen Schuldtitel fiel der Zins jedoch günstiger als zuletzt aus: Spanien bot den Investoren eine Rendite von 2,0 Prozent, davor waren es noch 2,2 Prozent.

Moody's hatte in der Nacht fünf spanische Regionen herabgestuft, darunter Katalonien, wo am 25. November Regionalwahlen anstehen. Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy hat für seinen maroden Bankensektor Hilfen in Brüssel beantragt, zögert jedoch noch, für das gesamte Land einen Rettungsantrag zu stellen. Diese Anfrage ist notwendige Voraussetzung dafür, dass die Europäische Zentralbank (EZB) dem Land mit Stützungskäufen am Sekundärmarkt beispringen kann. Die regierende Volkspartei hatte am Wochenende mit der Regionalwahl in Galicien - der Heimat Rajoys - einen wichtigen Stimmungstest für ihre Sparpolitik bestanden. Mit der Wahl in Katalonien - eines der Wirtschaftszentren Spaniens - steht jedoch der eigentliche Härtetest für Rajoy noch bevor. Katalonien ist wegen seiner hohen Verschuldung praktisch vom Kapitalmarkt abgeschnitten und hat wie andere Regionen Hilfen aus einem staatlichen Fonds zur Deckung des Finanzbedarfs beantragt.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Lieber Herr Machiavelli,
    1. Wir Deutsche leben z.Z. wie Gott in Frankreich und z.T. auf Kosten der schwächeren EU-Länder die sich gegen unsere Exportlawine wegen der EU-Verträge (Freihandelszone) nicht wehren können und nicht wehren dürfen. Somit können wir unsere Arbeitslosigkeit dank unseres Leistungsbilanzüberschusses exportieren (16 Milliarden im Schnitt PRO MONAT und das seit circa 17 Jahren)
    2. Die paar Milliarden die wir jährlich netto an Brüssel zahlen müssen sind Peanuts im Verhältnis zum Leistungsbilanzüberschuss den wir durch unseren Mitgliedsbeitrag an Brüssel (EU) realisieren dürfen und können.
    3. Den meisten Deutsche geht es besser als anderen EU-Bürger, außerdem ist es egal wie es den anderen EU-Ländern geht, und wenn in Griechenland, Spanien und Portugal die Jugendarbeitslosigkeit bei mehr als 50% liegt, wen juckt denn das? Den Herren Weidmann, Sarrazin oder Stark und Henkel bestimmt nicht und mich schon gar nicht!
    4. Eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse wurde nie vereinbart, also sollen die arme Länder immer ärmer werden und die reiche immer reicher. So verstehe ich die von der deutsch-französische Achse diktierte EU-Verträge.
    5. Sollte uns etwa nicht passen dann können wir aus der EU und EURO austreten, wir werden nicht unbedingt gebraucht. Zur Zeit des Römischen Reich hat Germanien auch nicht zu Europa gehört!
    Und da lief in Europa alles bestens, ohne uns!

  • Der Morgenthau-Plan oder warum Europa verblutet.
    Die Euro- und EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen und durchgesetzt, führen zu eine Art Morgenthau-Plan für die Peripherieländer der Währungsunion.
    Die wirtschaftlich schwache Euro-Länder werden, weil ihre Wirtschaft gegen die stärkere Wirtschaften nicht geschützt ist, immer schwächer. Dies führt dazu dass vielen jungen und gut ausgebildete Menschen aus diesen Länder keine andere Alternative bleibt als Europa den Rücken zu kehren und ihr Glück auf andere Kontinente zu suchen.
    Diese Hämorrhagie ist nicht nur eine menschliche Tragödie aber auch wirtschaftlich nachteilig für Europa. Bedingt durch den permanenten deutschen Leistungsbilanzüberschuss, ist der Euro für die meisten andere Euro-Länder überbewertet und erschwert diesen Ländern Exporte und bremst deren Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.
    Niemand soll sagen, dass diese Dinge nicht absehbar gewesen seien - dass ist Ökonomie-Grundstudiums-Wissen.
    Was Europa braucht sind Vertragsänderungen die zu einer Wirtschaftskonvergenz innerhalb der Währungsunion führen und zu einer horizontalen Arbeitsteilung, Vertragsänderungen die den natürlichen Standortsnachteile der Peripherieländer berücksichtigen und entgegen wirken.

  • Klar, der Überbringer der schlechten Nachricht gehört erschlagen, damit ist die schlechte Nachricht dann vom Tisch.
    Zum fürchten...

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