Wegen Steuerplänen
Griechenland-Anleihen setzen Talfahrt fort

Griechische Staatsanleihen stehen weiter unter Druck. Die Bonds leiden vor allem unter der geplanten Steuer für ausländische Anleger. Aber auch die anstehenden Europawahlen bereiten den Händlern Sorgen.
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London/FrankfurtDie griechische Börse hat ihre Talfahrt am Freitag fortgesetzt. Der Leitindex des Athener Aktienmarktes rutschte um knapp drei Prozent ab und notierte mit 1092,45 Punkten auf dem niedrigsten Stand seit Anfang Oktober 2013.

Die Staatsanleihen des Mittelmeer-Anrainers warfen Investoren ebenfalls aus ihren Depots. Der Kurs der richtungsweisenden zehnjährigen Titel gab nach seinem vierprozentigen Vortagesminus ein weiteres Prozent nach. Im Gegenzug stieg die Rendite auf ein Zwei-Monats-Hoch von 6,975 Prozent.

Die Bonds litten Börsianern zufolge vor allem unter den Überlegungen der Regierung, ausländische Anleger zu besteuern, die in den Jahren 2012 und 2013 griechische Staatspapiere hielten. Das sei eindeutig der Versuch, einen Teil der Gewinne einzustreichen, die Hedgefonds in den vergangenen Jahren mit griechischen Anleihen gemacht hatten, sagte ein Fondsmanager. Die große Frage sei aber, wie Griechenland diese Gewinne bestimmen und das Geld eintreiben wolle.

Einige Händler und Analysten verwiesen zudem auf die anstehenden Europawahlen. Die erwarteten Stimmengewinne euroskeptischer Parteien könnten den politischen Rückhalt der Regierungskoalition in Athen schmälern und vielleicht sogar zu Neuwahlen führen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wegen Steuerplänen: Griechenland-Anleihen setzen Talfahrt fort"

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  • "Die Bonds litten Börsianern zufolge vor allem unter den Überlegungen der Regierung, ausländische Anleger zu besteuern, die in den Jahren 2012 und 2013 griechische Staatspapiere hielten."

    Teufel, Teufel.

    Das muss ja bedeuten, dass die Steuer auch die EZB trifft, die diese Papiere ja haufenweise zwecks Euro- und Griechenlandrettung in ihrem Keller aufgeschichtet hat.

    Sehr, sehr cleverer Schachzug der Griechen!

    Von mir aus darf die Steuer gerne 180% des Nennwerts betragen. Wer so dämlich war, sich diese Schuldverschreibungen ins Depot zu legen, hat es kein bisschen besser verdient. Denn er hat ja mitgeholfen, die griechischen Zinsen auf unrealistische Tiefen zu drücken.

    Wäre noch zu überlegen, warum die einheimischen Investoren ungestraft davon kommen sollen?

    Na ja, die letzten Geheimnisse der griechischen Regierungsführung wird man wohl nie ergründen können.


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