Weil der Euro-Münzen-Hersteller in großen Schwierigkeiten steckt, gehen Gläubiger auf den Konzern zu
VDN-Anleihezins soll halbiert werden

Gläubiger der VDN-Anleihe haben am Freitag im Prinzip mit großer Mehrheit zugestimmt, auf Zinsen und Sicherheiten zu verzichten. Damit soll der Konzern vor dem Gang zum Insolvenzgericht gerettet werden.

SCHWERTE. Allerdings war bei der Versammlung der Anleihe-Gläubiger am Freitag in Schwerte nicht genug Anleihekapital vertreten. Deshalb müssen die Gläubiger am 18. Mai erneut zusammenkommen.

Beabsichtigt ist, die Zinsen auf die Anleihe von 7,125 % auf 3,201 % zu senken. Die VDN ist in Schwierigkeiten geraten, weil der Ersatzbedarf an Euro-Münzen, die VDN herstellt, dramatisch überschätzt wurde. Die Aktie hat seit Ende 2002 fast 70 % ihres Wertes verloren.

Am 18. Mai reicht die einfache Mehrheit der Anwesenden, um die Zinsen rückwirkend ab 1. Januar für 2004 zu senken, ferner die Laufzeit bis zum Jahresende 2006 zu verlängern und auf Sicherheiten zu verzichten. Die Zustimmungsanforderungen ergeben sich aus dem Schuldverschreibungsgesetz von 1899. Die Anleihe wurde 1999 von der VDN-Tochter Deutsche Nickelwerke AG begeben. Sie wird von der Mutter garantiert.

„Ursprünglich hatten wir den Anleihe-Gläubigern diese Maßnahmen ersparen wollen“, sagte VDN–Vorstand Stefan Wolff dem Handelsblatt, wohlwissend, dass der Zinsschnitt 4 Mill. Euro spart. So viel kostet schon die Ausarbeitung des Sanierungskonzepts und die Folgebetreuung durch Berater von Roland Berger.

Die Banken, so Vorstand Wolff, hätten auf Gleichbehandlung bestanden. Das beschert VDN nun ein Problem mit der Stückzinsverrechnung. Anleihekäufer bezahlten den Verkäufern bis zuletzt immer noch 7,125 % Zinsen für die Zeit ab 30. August 2003, obwohl sie selbst an 1. Januar 2004 nur noch 3,201 % bekommen werden; zahlbar am 30. August 2004. Um wenigstens für die Zukunft Regressrisiken zu vermeiden, wird die Anleihe ab heute „flat“ gehandelt. Bei diesem Verfahren sind die Zinsen im jeweiligen Börsenkurs enthalten. Wer die Papiere am 30. August besitzt, bekommt die Zinsen ausgezahlt. Der Kurs wird entsprechend gesenkt. Das entspricht dem Dividendenabschlag bei Aktien. Anleihen Argentiniens werden ebenfalls „flat“ gehandelt. Hier werden allerdings momentan gar keine Zinsen gezahlt.

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